Merck KGaA Gewinnsprung zum Trost

Nach dem gescheiterten Versuch, den Berliner Konkurrenten Schering zu übernehmen, kann der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA nun immerhin mit guten Zahlen glänzen: Nach einem unerwartet kräftigen Gewinnanstieg im ersten Quartal hob das Darmstädter Unternehmen der seine Prognosen für das Gesamtjahr an.

Frankfurt am Main - Der operative Gewinn habe sich um 45,6 Prozent auf 288,4 Millionen Euro erhöht, teilte die Merck KGaA  am Donnerstag in Darmstadt mit. Analysten hatten im Durchschnitt nur mit einem operativen Gewinn von 238 Millionen Euro gerechnet.

Der Konzernumsatz erhöhte sich binnen Jahresfrist um 16 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Fremdanteilen kletterte um 51,2 Prozent auf 180,8 Millionen Euro. Zu dem Zuwachs hätten alle Sparten - angeführt von dem Geschäft mit Flüssigkristallen sowie mit verschreibungspflichtigen Originalpräparaten - beigetragen.

Für 2006 erwartet Merck, die jüngst mit einem Übernahmeversuch von Schering  gescheitert ist, nun zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und operativem Gewinn. Bislang hatte Merck für 2006 einen Umsatzzuwachs von 5 bis 10 Prozent sowie einen Anstieg des operativen Gewinns im einstelligen Prozentbereich angekündigt. "Das war ein sehr ereignisreiches erstes Quartal für Merck", resümierte Merck-Chef Michael Römer.

Alleine die Sparte Flüssigkristalle verzeichnete ein Umsatzwachstum von 60 Prozent auf 233 Millionen Euro. Die Kristalle, bei deren Herstellung Merck Weltmarktführer ist, kommen unter anderem in Flachbildschirmen, Handy-Displays und Notebooks zum Einsatz. Mit ihrem neuen Krebsmittel Erbitux – der größte Pharma-Hoffnungsträger von Merck - erzielten die Darmstädter im Auftaktquartal einen Umsatzanstieg von 14 Prozent auf 74 Millionen Euro. Auch für das Gesamtjahr geht Merck von weiteren Erlöszuwächsen mit Erbitux aus.

reuters

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