Stadionrückkauf BVB will wieder Herr im eigenen Haus sein

Der hoch verschuldete Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund will bereits in den kommenden Monaten sein Stadion zurückkaufen. Bislang gehört die Arena mehrheitlich dem Commerzbank-Fonds Molsiris. Mit Hilfe einer Investmentbank will die Fußball AG nun 50 Millionen Euro aufbringen, um den Deal zu finanzieren.

Dortmund - Borussia Dortmund  treibt die Pläne zum Rückkauf des heimischen Stadions voran. Demnach soll den Besitzern des mittlerweile in Signal Iduna Park umbenannten Westfalenstadions in Kürze ein Kaufangebot unterbreitet werden. "Wir arbeiten an Konzepten, die uns das ermöglichen. Dabei haben wir uns einen Zeitraum von zwei Monaten zum Ziel gesetzt", sagte BVB- Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Mittwoch. Die einst vereinseigene Arena gehört zu 51 Prozent dem Commerzbank-Fonds Molsiris.

Diesem Rückkauf müssten mindestens 75 Prozent der Fondsgesellschafter zustimmen. Er dürfte nach Schätzungen der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe) mindestens 50 Millionen Euro kosten. Dem Vernehmen nach will die mit derzeit rund 90 Millionen Euro verschuldete Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA diesen Kaufpreis unter anderem mit Hilfe des amerikanischen Investment- Bankhauses Morgan Stanley  aufbringen. Watzke hatte in den vergangenen Wochen mehrfach betont, dass die Rückabwicklung des Stadionverkaufs für den Club von "elementarer" Bedeutung ist: "Ohne diesen Rückkauf könnte eine Abwärtsspirale in Gang kommen."

Mit ihrer Zustimmung zum Sanierungsplan hatten die Stadion-Fondszeichner am 14. März 2005 die drohende Insolvenz des einzigen deutschen börsennotierten Fußball-Unternehmens abgewendet. Das damals vorgelegte Konzept sah einen Teilrückkauf der WM-Arena durch die Borussia und deutlich reduzierte Mietzahlungen für die Jahre 2005 und 2006 vor. Nach Ablauf dieser Sonderregelung müsste der BVB in Zukunft wieder 17 bis 21 Millionen Euro pro Jahr für die Stadionmiete aufbringen.

"Das kann für uns ein schleichendes Problem werden. Wir können das zwar schaffen, werden es aber dann aber nicht mehr schaffen, sportliche Substanz aufzubauen", sagte Watzke. Bei einem Rückkauf des Stadions würde die finanzielle Belastung deutlich sinken. Das könnte der Borussia die angestrebte Rückkehr in das internationale Geschäft erleichtern. "Unsere Fans wollen mittelfristig mal wieder Europacup- Spiele sehen", sagte Watzke.

dpa

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