Linde Schönes Abschiedsgeschenk

Der Gasehersteller Linde hat im ersten Quartal seines neuen Geschäftsjahres so viel Geld verdient, wie kaum ein Anleger erwartet hat – und auch nur die wenigsten professionellen Branchenbeobachter. Besonders gut lief es für das Unternehmen allerdings in dem Geschäftsbereich, der Linde bald nicht mehr gehören soll.

Wiesbaden - Der Linde-Konzern  hat im ersten Quartal Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert. Mit seinen Ergebniszahlen übertraf das Industriegase- und Gabelstaplerunternehmen die Schätzungen von Analysten.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern hat bei 225 Millionen Euro gelegen, das entspricht einem Plus in Höhe von mehr als 36 Prozent gegenüber dem entsprechendem Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 14 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 134 Millionen Euro, was einem Zuwachs von rund 50 Prozent entspricht.

"Wir haben das gute Konjunkturumfeld genutzt und sind mit viel Schwung ins neue Geschäftsjahr gestartet", zog Konzernchef Wolfgang Reitzle heute Bilanz für die ersten drei Monate. "Wir haben in allen Bereichen eine äußerst stabile Basis für eine weiterhin erfolgreiche Geschäftsentwicklung gelegt."

Besonders gut entwickelte sich zuletzt ausgerechnet das Geschäft mit Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten, das Linde eigentlich loswerden möchte. In diesem Unternehmensbereich setzte das Wiesbadener Unternehmen mit 922 Millionen Euro zuletzt 19,6 Prozent mehr um als im Vorjahr. Der Auftragseingang lag mit 960 Millionen Euro knapp 13 Prozent über dem entsprechenden Zeitraum des vergangenen Jahres.

Linde will sich von seinem Gabelstaplergeschäft trennen, um mit dem Verkaufserlös zumindest einen Teil seiner jüngsten Übernahme zu bezahlen. In das Visier des deutschen Mischkonzerns ist der britische Gasehersteller BOC  geraten, der dem Linde-Management um Firmenchef Reitzle rund zwölf Milliarden Euro wert ist.

Linde hat mittlerweile offenbar die Investmentbank Morgan Stanley mit der Vorbereitung einer Verkaufsauktion für seine Gabelstaplersparte beauftragt. Die Auktion, bei der Interessenten in drei Phasen ihre Konzepte und ein Übernahmeangebot abgeben können, soll dem Konzern etwa drei Milliarden Euro bringen. Nach Abschluss des Staplergeschäftverkaufs und der BOC-Neuerwerbung ist Linde ein reiner Industriegaskonzern, und zwar der größte der Welt.

An der Börse zählen Linde-Aktien  heute zu den gefragten Wertpapieren. Der Kurs des Titels steigt um mehr als 2 Prozent auf 71,65 Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters und vwd

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