Börse Elektronische Wettbewerber am Start

Führende US-Investmenthäuser wollen angeblich in Europa eine elektronische Börse für die wichtigsten Aktien aufbauen.

Düsseldorf - Für das Projekt haben sich nach Informationen des "Handelsblattes" die US-Investmentbanken Goldman Sachs, Morgan Stanley, J.P. Morgan und Merrill Lynch sowie die schweizerische Großbank Union Bank of Switzerland (UBS) zusammengetan.

Die Pläne sollen so schnell wie möglich, wahrscheinlich schon im Jahr 2000, realisiert werden. Später soll die elektronische Handelsplattform mit anderen Wertpapiermärkten zu einem weltweiten Marktplatz verknüpft werden, schreibt das "Handelsblatt".

Eine Börse kann jeder gründen, der genügend Anbieter und Nachfrager sammeln kann. Bei mehreren Anbietern für Aktienbörsen wird die mit der höchsten Liquidität am besten funktionieren. Die Deutsche Börse zeigt sich deshalb nur wenig beunruhigt: Vor allem in Xetra würde sie genügend Liquidität binden, das System bleibe damit auch langfristig attraktiv und wenig angreifbar.

Kritischer könnte es dagegen für die Regionalbörsen werden. Handelsplätze wie Bremen, Düsseldorf, München, Hannover oder Berlin könnten überflüssig werden: Für das Geschäft mit den bisherigen Nebenwerten würden dann einfach Brokerfirmen eingesetzt.

Deutsche Großbanken sind informiert, heißt es: Sie sollen sich bereits positiv über das Projekt geäußert haben. Ihre Beteiligung sei wichtig, da sie in Europa einen hohen Antei am Aktienhandel auf sich vereinigten. Bevor sie sich endgültig entscheiden, wollen sie jedoch Unternehmensführung und Detailfragen geregelt sehen, schrieb die Zeitung.