Elf Aus drei mach eins?

Für die geplante feindliche Übernahme des französisch-belgischen Konkurrenten TotalFina wollen sich die Franzosen möglicherweise einen finanzkräftigen Partner ins Boot holen. Im Gespräch: die italienische Eni.

Rom / Mailand - Der italienische Öl- und Gaskonzern Eni ist laut einem Zeitungsbericht der "La Republicca" von einem Banker im Auftrag von Elf Aquitaine angesprochen worden. Dieser habe Eni vorgeschlagen, bei dem Übernahmeangebot von Elf für TotalFina mit einzusteigen. Bedingung sei, dass das Angebot erhöht werde, hieß es.

Seit Wochen beharken sich Elf und TotalFina mit gegenseitigen Übernahme-Angeboten. Eine Entscheidung sollte jedoch in diesen Tagen fallen.

Eni-Chef Renato Ruggiero hat Gespräche über die mögliche Allianz dementiert. Elf verweigerte jeden Kommentar zu dem Bericht.

Nach den Großfusionen in der Branche und der bevorstehenden Liberalisierung des nationalen Marktes drohe Eni im internationalen Wettbewerb ein Verlust an Bedeutung, wenn sich der Konzern nicht bewege, heißt es in "La Repubblica". Derzeit ist Eni mit einem Weltmarktanteil von 5,3 Prozent und knapp 80.000 Beschäftigten der siebtgrößte Ölkonzern der Welt.

Die italienische Regierung hält nach der Teilprivatisierung des ehemaligen Staatskonzerns noch 35 Prozent des Kapitals. Laut "La Republicca" steht sie dem Plan der Dreier-Fusion positiv gegenüber, vorausgesetzt, die Kontrolle des neuen Energiekolosses bleibe paritätisch. Ruggiero sei auf Geheiß der Regierung zu Verhandlungen nach Paris geflogen.