Wochenausblick Erfolgreiches erstes Quartal

Der Dax konnte im ersten Quartal rund 600 Punkte zulegen. Die Hemmschwelle von 6000 Punkten wird für den deutschen Leitindex dennoch auch in der kommenden Woche nur schwer zu knacken sein.

Frankfurt am Main - Bereits in der vergangenen Woche war der Dax mehrfach an dieser Marke abgeprallt. Der Aufwärtsdrang bleibt nach Ansicht von Analysten zwar ungebrochen, allerdings nimmt die Schwankungsanfälligkeit des Index zu. Dennoch rechnen die Analysten der HelabaTrust mit dem baldigen Überwinden der "Hemmschwelle" von 6000 Zählern.

Die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) bewertet die Aussichten jedoch etwas zurückhaltender. Der jüngste Anstieg des Ifo-Gechäftsklima-Index auf den höchsten Stand seit 15 Jahren lasse nur noch wenig Raum für weitere steigende Erwartungen der Unternehmen. Das könne den Aufwärtstrend des Dax zunächst bremsen.

Sollte der Dax allerdings im zweiten oder dritten Quartal die historischen Höchststände von Mitte 2001 knacken, könnte er die Gesamtjahresprognosen für das laufende Jahr in den Schatten stellen.

Analyst Frank Schallenberger von der LBBW bescheinigt dem Dax insgesamt eine gute Bilanz für das erste Quartal. Die Entwicklung des Aktienmarktes könne sich sehen lassen, immerhin sei der Leitindex seit Anfang des Jahres um rund 600 Punkte oder 11 Prozent gestiegen. Auch wenn einige Investoren bereits Parallelen mit den starken Kursanstiegen am Ende der 90er Jahre zögen und daher ähnliche Einbrüche wie damals fürchteten, sei die Situation derzeit anders, so Schallenberger. Die Fundamentaldaten der Unternehmen sollten Skeptiker beruhigen, Gewinne und Dividenden dürften doppelt so hoch ausfallen wie im Jahr 1999. Auch wenn die Marke von 6000 Punkten erst im zweiten Quartal geknackt werden sollte, sei das Kurspotenzial noch lange nicht ausgereizt und die Stimmung in der deutschen Wirtschaft so gut wie lange nicht.

Praktiker und Lanxess mit Zahlen

Unternehmensberichte stehen von Dax-Unternehmen in der kommenden Woche nicht an. Der Auftakt ins zweite Quartal dürfte daher mit relativ ruhigem Handel starten. Zu Wochenbeginn werden unter anderem die Zahlen der MDax-Unternehmen Praktiker und Lanxess erwartet. Die LRP geht davon aus, dass der Chemiekonzern Lanxess seine Ziele für 2005 erreicht hat. Beim Ausblick des von Bayer abgespaltenen Konzerns könne erneut ein Kostensenkungsprogramm im Mittelpunkt stehen.

Von Seiten der Konjunktur dürften zahlreiche Daten die eher dünne Nachrichtenlage auffüllen. Am Montag wird sowohl für die USA als auch für die Eurozone der viel beachtete Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im März bekannt gegeben. Am Ende der Woche werden dann die US-Arbeitsmarktdaten die Investoren sowohl in den USA als auch hierzulande auf Trab halten.

In Europa wird darüber hinaus die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag im Fokus stehen. Allgemein wird ein Zinsschritt auf 2,75 Prozent erst im Mai erwartet. Die Analysten der LRP halten eine Erhöhung der europäischen Leitzinsen jedoch bereits in dieser Woche für möglich. Die Geschäftsklimadaten und das Geldmengenwachstum hätten der EZB wieder mehr Rückenwind für eine schärfere Politik gegeben. Das Risiko einer unmittelbaren Anhebung des Leitzinssatzes sei daher nicht unerheblich.

von Dagmar Rummeleit, dpa-afx