Smart Erster Händler gibt auf

Der erste der 42 Händler für das City-Auto ist pleite, ausgerechnet in der größten deutschen Stadt. Das Berliner CCB Car Center gibt dem Smart-Hersteller, der DaimlerChrysler-Tochter MCC, die Mitschuld.

Berlin - Die CCB habe nicht genug Smarts verkaufen können, erklärte eine Sprecherin der Firma. Damit habe die Firma "enorme Verlusten durch die schlechten Absatzzahlen für den Smart seit der Markteinführung" einstecken müssen.

Am Freitagmorgen habe die Firma beim Amtsgericht Charlottenburg die Zahlungsunfähigkeit angezeigt. Der Schließung der Autohäuser in Berlin und Brandenburg seien monatelange Verhandlungen von CCB mit MCC vorangegangen. so CCB. DaimlerChrysler hatte die Verträge schließlich gekündigt.

Ein MCC-Sprecher bescheinigte CCB dagegen eine "selbst zu verantwortende Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit". Deshalb sei der Vertrag mit CCB am 7. September mit sofortiger Wirkung gekündigt worden. Die Gründe für die Pleite seien "eine absolut unbefriedigende Marktbearbeitung in den Vertriebsgebieten".

Gleichzeitig verweist die Smart-Zentrale darauf, dass in Berlin eine überdurchschnittlich hohe Reklamationsquote und Probleme in der Kundenbetreuung zu verzeichnen seien. "Dies ist dem Stellenwert des wichtigen Standorts Berlin nicht angemessen."

MCC will den Smart-Verkauf in Berlin aufrechterhalten und ausbauen. In den nächsten Tagen werde der Vertrieb in den Räumen der Mercedes-Benz-Niederlassung aufgenommen, hieß es. Die bisher bei CCB liegenden Vertriebsrechte für die Verkaufsgebiete Magdeburg und Rostock sollen neu vergeben werden. Im Großraum Berlin hat MCC nach Angaben der Zentrale in Renningen 1200 Fahrzeuge verkauft. Der Auftragsbestand liege bei 400.

In Deutschland gibt es derzeit 42 Smart-Händler, in Europa sind es 106. Seit Markteinführung des Kleinautos im Oktober 1998 sind 65.000 Fahrzeuge abgesetzt worden. 80.000 sollen es bis Ende des Jahres ein.

Auch in Frankreich scheint es Probleme mit dem Smart zu geben. Der MCC-Sprecher bestätigte, dass der Pariser Smart-Händler seine Vertriebszentren der MCC zum Kauf angeboten habe.