Vivendi Bei Umsatz und Gewinn stark zugelegt

Der französische Wasserversorger und Multimediakonzern könnte heute den Ausbau seiner Internet-Aktivitäten bekanntgeben. Im ersten Halbjahr verdiente Vivendi so gut, daß die Prognosen für das Gesamtjahr deutlich erhöht werden.

Paris - Wegen einer bevorstehenden wichtigen Mitteilung wurden die Aktien der Vivendi am Freitag von 11 bis 12 Uhr vom Handel an der Pariser Börse ausgesetzt. Die Börse verwies zur Begründung auf eine für den weiteren Tagesverlauf kurzfristig anberaumte gemeinsame Pressekonferenz von Vivdendi und Canal Plus.

Auf dieser wollten Jean-Marie Messier, der Verwaltungsratsvorsitzende von Vivendi, und sein Amtskollege bei Canal Plus, Pierre Lescure, Stellung zu ihren Internetplänen nehmen.

Zugleich gab der weltgrößte Wasserversorger seine Halbjahreszahlen bekannt. Danach stieg der Nettogewinn um 29 Prozent. Erwirtschaft wurden rund 783 Millionen Euro, Analysten hatten mit etwa 672 Millionen gerechnet. Der Betriebsgewinn im Gesamtjahr soll sogar um 65 Prozent steigen, erwartet das Unternehmen.

Die 146 Jahre alte Firma, die bis vor kurzem noch unter ihrem alten Namen Compagnie Générale des Eaux notierte, hat in den vergangenen zwei Jahren einen erheblichen Umbau hinter sich gebracht. So wurden Betriebsteile im Wert von rund 15 Milliarden Euro verkauft. Dafür baute Vivendi das Wasser- und Umweltgeschäft zielgerichtet international aus. In den USA kaufte das Unternehmen den weltgrößten Filterproduzenten US Filter Corp und den Müllabfuhr-Spezialisten Superior Services.

Gleichzeitig wurde das Internet- und Multimedia-Geschäft forciert. In Japan startete Vivendi ein Joint-Venture mit Softbank, in Frankreich und Großbritannien wurden die Beteiligungen an den Pay-TV-Sendern Canal plus und B-Sky-B erhöht. Der Kauf des traditionsreichen französischen Filmproduzenten und Kinobetreibers Pathé wurde angekündigt.

Analysten schätzen an dieser Kombination der Geschäftsfelder den Mix aus Sicherheit und Zukunft - als Weltmarktführer im Wassergeschäft könnte Vivendi solide Gewinne erwirtschaften, während der Ausbau im Multimedia- und Internetgeschäft genug Potential für die Zukunft verspricht.