Mannesmann Komplettes Kabelnetz

Entgegen dem Zerstückelungskonzept der Deutschen Telekom will der Konkurrent Mannesmann das TV-Kabelnetz des Ex-Monopolisten an einem Stück kaufen, um es bundesweit multimedial aufzurüsten.

Düsseldorf - Bei einer "Zerstückelung" in neun Regionen würde sich der auch volkswirtschaftlich gebotene Ausbau dagegen um mindestens zwei Jahre verzögern, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Klaus Esser. Bei einem bundesweiten Zuschlag will er bis März 2001 zunächst 1,7 Millionen Haushalten via Kabel Multimedia-Zufahrten bieten.

Esser kommt es zum einen darauf an, dass Modernisierung und Betrieb des Netzes bei Mannesmann in einer Hand liegen - auch im Falle durchaus vorstellbarer Konsortiallösungen mit Partnern. Zum anderen wollen die Düsseldorfer erreichen, dass die Telekom in ihr Angebot auch die 1,4 Mio Fernsehkabelkunden aufnimmt, für die sie bislang im Auftrag anderer Betreiber die Rechnungen stellt.

Spekulationen von bis zu 20 Milliarden Mark für das gesamte Netz bezeichnete er als "etwas zu hoch gegriffen", ohne die eigene gebotene Summe zu nennen. Als weitere Möglichkeit für das bundesweite Gebot sieht er ein Konsortium, in dem die Düsseldorfer die Mehrheit hätten, sich aber unter Umständen auch mit 20 bis 25 Prozent zufrieden geben könnten. Wunschpartner wäre die Telekom selbst.

Hier spielte Esser auf die Möglichkeit der Telekom an, ihre herkömlichen Telefonleitungen mittels ADSL-Technik zur schnellen Internet-Auffahrt aufzurüsten. Falls Mannesmann beim TV-Kabel nicht zum Zuge komme, sei dies für den Konzern aber keine "Schicksalsfrage". Dann werde man sich eben selbst bemühen, die eigenen Telefonleitungen fit für Multimedia zu machen.