Deutsche Bank Neue Schlappe am Neuen Markt

Wieder kommt das Geldinstitut mit einem Börsenkandidaten für den Neuen Markt ins Trudeln. Die Erstnotiz für MSH wurde kurzfristig um zwei Tage verschoben.

Frankfurt - Der erste Handelstag der MSH International Service AG war eigentlich für den heutigen Mittwoch angesetzt. Die konsortialführende Deutsche Bank hatte die Erstnotiz jedoch schon am Vortag aus "technischen Gründen" um zwei Tage auf den Freitag verschoben.

Der Grund, so ein Sprecher der Deutschen Bank: Die Kapitalerhöhung bei MSH sei durch das Registergericht verspätet eingetragen worden. Allerdings war auch schon das Interesse der Anleger an MSH äußerst gering. Während zeitgleich der Börsenaspirant Constantin Film die Zeichnungsfrist vorzeitig schloß, wollte sich für MSH kaum jemand erwärmen.

Am Vortag hatte die Deutsche Bank den MSH-Ausgabepreis mit 15,50 Euro festgelegt. Die Bookbuilding-Spanne hatte dagegen 18,50 bis 21,50 Euro betragen. Zum Preis war kein Kommentar von der Deutschen Bank zu erhalten.

Auch die MSH-Altaktionäre zeigen sich verärgert. Sie haben sich nach Angaben von MSH vom Dienstag dazu entschlossen, aufgrund des derzeit "sensitiven Börsenumfelds" von der ursprünglich beabsichtigten Umplatzierung eines Teils ihrer Aktien abzusehen und dem Konsortium nunmehr lediglich 375.000 Aktien als Mehrzuteilungsoption zur Verfügung zu stellen. Auch vom Unternehmen war kein weiter führender Kommentar zu erhalten.

Die Deutsche Bank kommt mit MSH nicht zum ersten Mal bei einem von ihr betreuten Börsengang am Neuen Markt ins Trudeln. Einige Aktien wie artnet.com und Fortunecity erwiesen sich im weiteren Kursverlauf als schlechte Investition für Anleger. Beim Auktionshaus Ricardo reagierten Anleger und Analysten verärgert auf mangelnde Informationen seitens der Bank.