Deutsche Börse Konkrete Verhandlungen mit Euronext

Die Deutsche Börse will mit der Vierländerbörse Euronext konkret über eine Fusion verhandeln. Nachdem Euronext am Dienstag bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert hatte, unterstrichen nun auch die Frankfurter ihr Interesse an einem Zusammenschluss.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Börse  will konkrete Verhandlungen mit der Vierländerbörse Euronext  über einen Zusammenschluss der beiden Unternehmen aufnehmen. Das erklärte die Deutsche Börse am Mittwochmorgen in einer Pflichtmitteilung.

Ziel sei es, einen weltweiten Marktführer in der Branche zu schaffen. "Die Deutsche Börse begrüßt die Aussage von Euronext, mit der Deutschen Börse konstruktiv auf dieses Ziel hinarbeiten zu wollen", erklärte das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt. Zudem kündigte die Deutsche Börse an, zunächst kein Angebot für die Londoner Börse LSE abgeben zu wollen.

Euronext hatte sich am Dienstag erstmals positiv über eine mögliche Fusion mit der Deutschen Börse zu einer europäischen Superbörse geäußert. Man sei erfreut, bevorzugter Partner der Deutschen Börse zu sein, hieß es in einer in Paris veröffentlichten Erklärung. Euronext betreibt die Börsen in Paris, Amsterdam, Brüssel, Lissabon. "Wir wollen mit der Deutschen Börse konstruktiv zusammenzuarbeiten, um kreative Lösungen zu finden, um die Differenzen zu überbrücken", hieß es.

Bei einem Zusammengehen der beiden Handelsbetreiber drohen kartellrechtliche Schwierigkeiten. Die Deutsche Börse will an ihrem Modell des integrierten Börsenbetreibers festhalten, also weiterhin vom Handel über die Abwicklung bis zur Aufbewahrung alle Dienstleistungen rund um Wertpapiergeschäfte anbieten.

Zudem will sich die Deutsche Börse nicht von der weltgrößten Terminbörse Eurex trennen, die sie gemeinsam mit der Schweizer Börse Swiss Exchange (SWX) betreibt. Doch gerade dies könnte problematisch sein, da die Eurex und die Euronext-Plattform Liffe den europäischen Terminhandel dominieren würden.

Unterdessen beobachtet die SWX die Fusionsverhandlungen auf den internationalen Börsenplätzen genau. Eine Strategieänderung dränge sich vorerst aber nicht auf, sagte SWX-Sprecher Werner Vogt am Mittwoch auf Anfrage. Die SWX wolle weiterhin selbstständig bleiben und über Kooperationen eine gute Ertragslage schaffen.

Klar sei aber, dass die europäische Börsenlandschaft sowohl durch einen Zusammenschluss der New Yorker Nasdaq mit der Londoner Börse als auch durch eine Fusion der Deutschen Börse mit der Vier-Länder-Börse Euronext nachhaltig verändert würde. Die Auswirkungen auf die SWX müssten erst noch analysiert werden.

ap, dpa, reuters

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