Märkte Wall Street stützt den Dax

Gute Vorgaben aus New York und Tokio stützen am Mittwoch den Handel in Frankfurt. Im Mittelpunkt stehen zunächst die Papiere von Infineon, Deutsche Börse, BMW und Schering.

Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte sind nach guten Vorgaben aus New York und Tokio fest in den Handelstag gestartet. Der Dax  gewann zunächst 0,4 Prozent auf 5892 Zähler hinzu. Der MDax  rückte um 0,3 Prozent auf 8465 Punkte vor. Beim Technologie-Index TecDax  ging es um 0,4 Prozent auf 732 Zähler nach oben.

Gefragt waren die Aktien von Infineon , die um 2,40 Prozent auf 8,21 Euro zulegten. Vor allem Technologiewerte hatten am Dienstag in den USA deutlich zugelegt. Händler verwiesen zudem auf eine positive UBS-Studie zur Halbleiterbranche und Spekulationen am Markt, wonach der Chiphersteller einen Käufer für seine DRAM-Sparte gefunden habe.

Infineon wies die Gerüchte umgehend zurück. Die bevorzugte Option bleibe ein Börsengang, sagte ein Sprecher auf Anfrage und bekräftigte damit frühere Aussagen. "Andere Optionen werden nicht präferiert verfolgt." Der Speicherbereich sei stark genug, um alleine am Markt erfolgreich zu sein.

Ein Plus von 1,1 Prozent auf 115,47 Euro verzeichneten die Aktien der Deutsche Börse . Der Börsenbetreiber hatte zuvor mitgeteilt, Fusionsverhandlungen mit der Vierländerbörse Euronext aufnehmen zu wollen.

Nach oben ging es auch für die Rückversicherer: Aktien der Münchener Rück  stiegen um 0,57 Prozent auf 114,45 Euro und Hannover Rück  legten 0,24 Prozent auf 29,30 Euro zu. Händler verwiesen auf die Zahlen des Konkurrenten Converium . Der Schweizer Rückversicherer hatte 2005 einen Jahresüberschuss am oberen Ende der Erwartungen erwirtschaftet.

BMW: Warten auf Pankes Prognose

Aktien von BMW  notierten zunächst 0,72 Prozent leichter bei 41,57 Euro. Der Autobauer wird am Vormittag seine endgültige Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr 2005 präsentieren. Analysten hoffen, dass Konzernchef Helmut Panke den bisher "sehr weichen" Ergebnisausblick für das laufende Jahr doch noch konkretisieren wird. Zum angepeilten Ergebnis 2006 hatte Panke bisher lediglich gesagt, die BMW Group gehe davon aus, dank der laufenden Produktoffensive auch 2006 auf dem "Wachstumspfad" zu bleiben.

Der plötzliche Wintereinbruch in weiten Teilen Deutschland hat sich indes negativ im Auftragseingang des Autobauers bemerkbar gemacht, sagte Ludwig Willisch, Vertriebsleiter Deutschland bei BMW, am Dienstagabend in München. Für den März sei daher auf dem deutschen Markt mit einem Absatz auf dem Niveau des Vorjahresmonat zu rechnen. In den ersten beiden Monaten hatte BMW auf dem deutschen Markt laut Willisch ein Absatzplus von 13 Prozent verzeichnet.

Schering: Wann erhöht Merck sein Angebot?

Aktien von Schering  gaben am Morgen zunächst 0,60 Prozent auf 83,25 Euro nach. Der Aufsichtsrat des Pharmakonzerns lehnt das Übernahmeangebot des Konkurrenten Merck KGaA  ab. Das Kontrollgremium teile damit die Haltung des Vorstands, hatte Schering-Chef Hubertus Erlen am Dienstagabend erklärt.

Merck schließt indes nicht aus, sein Kaufangebot von 14,63 Milliarden Euro aufzustocken. Zunächst wolle man abwarten, ob von dritter Seite mehr geboten werde. Merck werde aber keinesfalls so viel zahlen, dass die Transaktion am Ende nur mit einer Zerlegung von Schering und dem Verkauf einzelner Teile finanziert werden könne. Merck hatte 77 Euro pro Aktie in bar angeboten.

MAN will ThyssenKrupp-Tochter kaufen

Einen Blick sollten die Investoren auch auf die Aktien von MAN und ThyssenKrupp  werfen. Der LkW- und Anlagenbauer MAN will seine Sparte Turbomaschinen mit dem Erwerb der ThyssenKrupp-Tochter B+V Industrietechnik (BVI) stärken. Für einen Kauf fehlten noch die Zustimmung der Aufsichtsräte beider Unternehmen, sagte ein Sprecher von MAN der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Transaktion ist nach Angaben des Bundeskartellamtes bereits bei den Aufsichtsbehörden zur Zustimmung angemeldet worden.

Aixtron peilt ausgeglichenes Ergebnis an

Im TecDax  gewannen die Papiere von Aixtron  1,80 Prozent auf 3,39 Euro. Der Spezialmaschinenbauer will nach einem hohen Verlust 2005 im laufenden Geschäftsjahr ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. Der Umsatz soll um 8 Prozent auf etwa 150 Millionen Euro steigen, teilte das Unternehmen bei Vorlage der vollständigen Ergebnisse für 2005 am Mittwoch mit. Beim Betriebsergebnis stand 2005 ein Verlust von 52,7 Millionen Euro zu Buche. Im Jahr zuvor hatte Aixtron hier noch ein Plus von 9,7 Millionen Euro erzielt.

Papiere von GPC Biotech  gaben dagegen um mehr als 3 Prozent auf 13,64 Euro nach. Das Biotechunternehmen hat im Schlussquartal 2005 seinen Verlust ausgeweitet.

Gute Vorgaben aus New York und Tokio

Wall Street schließt fest im Plus

Der Dow Jones  hat am Vortag 0,70 Prozent auf 11.151 Zähler gewonnen, der Nasdaq Composite  rückte um 1,3 Prozent 2295 Zähler vor.

An der asiatischen Leitbörse in Tokio schloss der Nikkei  heute Morgen 0,5 Prozent fester auf 16.319 Punkten. Aus deutscher Sicht dürfte zunächst die endgültige Bilanz von BMW  für das abgelaufene Geschäftsjahr stehen.

In New York hatten vor allem die überraschend guten Quartalszahlen der Investmentbank Goldman Sachs  die Stimmung beflügelt. Finanzwerte gehörten darauf hin auch hier zu Lande zu den Gewinnern.

Gute Nachrichten für den Suchmaschinenbetreiber Google  ließen nicht nur dessen Dividendepapiere stark steigen, sondern beflügelten das ganze Sentiment. In einem Rechtsstreit um Nutzerdaten zwischen Google und der US-Regierung hatte sich ein Richter zu Gunsten der Internetfirma geäußert.

Schwächer als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten zum Einzelhandel hatten am Montag keinen nachhaltigen Einfluss auf den Handel. Andere Marktteilnehmer in New York machten für die positive Stimmung für Aktien auch die gesunkenen Renditen am Anleihemarkt mit verantwortlich. "Das macht Aktien wieder attraktiver", sagte ein Händler.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa-afx

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