Kanzlerwahl Schröder im Kanzleramt

Doris Köpf kann an die Inneneinrichtung des Kanzleramts gehen: Ihr Mann wurde zum siebten Kanzler Deutschlands gewählt.

Bonn - Der 54jährige Sozialdemokrat Gerhard Schröder wurde am Dienstag vom Bundestag im ersten Wahlgang mit einem überzeugenden Ergebnis gewählt. 351 von 666 anwesenden Abgeordneten stimmten in geheimer Wahl für ihn, 287 Parlamentarier votierten gegen ihn, 27 enthielten sich. Eine Stimme war ungültig. Dies entspricht einer Zustimmung von rund 52,7 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Damit erhielt Schröder 16 Stimmen mehr als erforderlich. Notwendig war die absolute Mehrheit von mindestens 335 Stimmen der insgesamt 669 Abgeordneten. SPD und Grüne verfügen zusammen über 345 Stimmen. Die Opposition aus Union, FDP und PDS hat insgesamt 324 Stimmen.

Damit müssen mindestens sechs Parlamentarier aus der Opposition für Schröder gestimmt haben. Die meisten der 36 PDS-Abgeordneten hatten angekündigt, sich zu enthalten, einige wollten gegen Schröder stimmen. Schröder erklärte, er wolle nicht spekulieren, woher die zusätzlichen Stimmen gekommen seien.

Von SPD und Grünen wurde die Bekanntgabe des Ergebnisses mit langanhaltendem Beifall und lauten Bravorufen aufgenommen. Als erster gratulierte Schröders Amtsvorgänger Helmut Kohl. Er meinte, mit dem Stimmenergebnis sei zu rechnen gewesen. Nach der Abstimmung wurde die Sitzung unterbrochen.

Um 15 Uhr erhält Schröder von Bundespräsident Roman Herzog die Ernennungsurkunde. Anschließend legt er vor dem Bundestag seinen Amtseid ab. Am frühen Abend werden auch die Minister des ersten rot-grünen Bundeskabinetts vereidigt.

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