Münchener Rück Milliardengewinne aus Kapitalanlagen

Mit hohen Gewinnen aus Kapitalanlagen hat die Münchener Rück im vergangenen Jahr ihr Ergebnis stärker gesteigert als erwartet. Der Rückversicherer konnte damit die hohen Kosten für Sturmschäden ausgleichen. Doch auch die Erstversicherer trugen mehr zum Gewinn bei.

München - Der Überschuss sei um 45 Prozent auf den Rekordwert von 2,74 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Münchener Konzern am Dienstag mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 2,67 Milliarden Euro gerechnet. Die Aktie des Rück- und Erstversicherers  kletterte am Morgen um 0,35 Prozent auf 114,60 Euro.

Gewinne von 2,1 Milliarden Euro aus dem Verkauf von Aktien etwa der Allianz  und aus dem Umtausch von HypoVereinsbank-Anteilen  in Papiere des neuen HVB-Mutterkonzerns Unicredito Italiano  glichen Schäden aus der Serie verheerender Hurrikane aus. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen besserte den Nettogewinn deutlich auf. Es stieg um 34,5 Prozent auf 10,82 Milliarden Euro.

Nettogewinn wird im laufenden Jahr kaum steigen

Für 2006 stellte die Münchener Rück einen Nettogewinn auf Vorjahreshöhe zwischen 2,6 und 2,8 Milliarden Euro in Aussicht. Nach der Erhöhung der Dividende für 2005 auf 3,10 (2004: 2,00) Euro je Aktie schloss Firmenchef Nikolaus von Bomhard für die Zukunft auch einen Aktienrückkauf nicht aus.

Operativ steigerte die Münchener Rück ihren Gewinn im vergangenen Jahr um 36,5 Prozent auf 4,13 Milliarden Euro. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen um 0,3 Prozent auf 38,2 Milliarden Euro. Analysten hatten damit gerechnet, dass diese Beiträge stagnieren. Die Nettobeiträge sanken um 0,9 Prozent auf 36,2 Milliarden Euro. Die Experten hatten hier 36,07 Milliarden Euro prognostiziert.

Sturmschäden drücken Gewinn in der Rückversicherung

In der Rückversicherung schrumpften die Bruttobeiträge um 0,2 Prozent auf 22,36 Milliarden Euro. Die Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich in diesem Geschäftsfeld auf 110,5 (Vorjahr: 98,9) Prozent. Naturkatastrophen drückten diese so genannte Combined Ratio um 17,7 Prozentpunkte. Je weiter diese Quote über 100 Prozent liegt, desto höhere versicherungstechnische Verluste fallen in dem Segment an. In der Rückversicherung brach der Gewinn um 16,3 Prozent auf 1,39 Milliarden Euro weg.

Wegen der ungewöhnlich heftigen Hurrikan-Saison kamen auf die Münchener Rück 2005 Schadenzahlungen von 2,3 Milliarden Euro nach Retrozession zu. Bei der Retrozession reicht der Versicherer einen Teils des Risikos an andere Rückversicherer weiter.

Erstversicherer steuern mehr zum Gewinn bei

Dies schmälerte die Combined Ratio um 15,4 Prozentpunkte, wie der Rückversicherer mitteilte. Die Reservestärkung bei der US-Tochter American Re (388 Millionen Euro vor Steuern nach Kompensation durch Spätschadenvorsorge von 906 Millionen Euro) drückte die Schaden-Kosten-Quote um 2,6 Prozentpunkte.

In der Erstversicherung lag die Schaden-Kosten-Quote im vergangenen Jahr erneut unter 100 Prozent. Sie betrug 93,1 (93,0) Prozent. Der Segmentgewinn hat sich fast vervierfacht. Er schnellte von 317 Millionen auf 1,175 Milliarden Euro hoch. Die Erstversicherer der Münchener-Rück-Gruppe steigerten ihre Bruttobeiträge um 0,3 Prozent auf 17,57 Milliarden Euro. Zu den Erstversicherern der Münchener Rück gehört die Ergo-Konzern. Unter seinem Dach vereinen sich Unternehmen wie die Victoria, Hamburg-Mannheimer, der private Krankenversicherer DKV und der Rechtsschutzversicherer D.A.S.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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