Deutsche Post Mit mehr Qualität zu mehr Gewinn

Der Betriebsgewinn der Deutschen Post wird im laufenden Jahr kaum zulegen, teilte der Logistikkonzern am Dienstag mit. Die Aktie gibt deutlich ab. Eine Qualitätsoffensive in den kommenden Jahren soll nun die Kunden versöhnen und auch zum Gewinnanstieg beitragen.

Bonn - Der operative Gewinn (Ebit) werde bei einem Umsatz von über 60 Milliarden Euro voraussichtlich den Vorjahreswert von knapp 3,8 Milliarden Euro nicht deutlich überschreiten, teilte der Logistikkonzern am Dienstag in Bonn mit. Mit einem neuen Qualitätsprogramm will der Konzern das Ebit bis 2009 aber auf mindestens fünf Milliarden Euro steigern. Die Aktie der Deutschen Post  gab am Dienstagmorgen zunächst 3,6 Prozent auf 21,90 Euro ab.

Die Expresssparte, die in den USA mit Problemen im Wettbewerb mit den US-Konzernen UPS  und FedEx kämpft, solle 2006 zum Betriebsgewinn 445 Millionen Euro beisteuern. Dies entspricht dem Wert, den die Post bereits 2005 angestrebt hatte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte aber eine Abschreibung in Höhe von 434 Millionen Euro auf das defizitäre US-Geschäft dafür gesorgt, dass das Ergebnis auf elf (117) Millionen Euro eingebrochen war. "In den Vereinigten Staaten wollen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken und die Leistungsfähigkeit weiter verbessern", kündigte der Vorstand im Geschäftsbericht an.

Finanzdienstleistung soll 900 Millionen zum Ergebnis beisteuern

Der Bereich Finanzdienstleistungen mit der Postbank soll 2006 mindestens 900 Millionen Euro zum operativen Gewinn beisteuern, hieß es weiter. In ihrer durch den milliardenschweren Zukauf Exel gestärkten Logistik-Sparte erwartet die Post ein Ebit von rund 500 Millionen Euro. Der Umsatz soll hier prozentual "mindestens einstellig" zulegen. Die wichtigsten Etappen bei der Integration der 5,5 Milliarden Euro teuren Exel-Übernahme sollen bis 2007 erreicht werden.

Wie bereits Mitte Februar berichtet, war der operative Gewinn (Ebit) der Post im vergangenen Jahr um ein Viertel auf 3,755 (2,98) Milliarden Euro geklettert. Bis 2009 wolle der Konzern trotz des voraussichtlich Ende 2007 auslaufenden nationalen Briefmonopols die Marke von fünf Milliarden Euro knacken, bekräftigte die Post am Dienstag. Unter dem Strich verdiente der Bonner Konzern 2005 mit gut 2,2 Milliarden Euro 40 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Aktionäre sollen daran mit einer auf 0,70 (0,50) Euro erhöhten Dividende beteiligt werden. Bei steigenden Gewinnen können die Aktionäre auch künftig mit höheren Dividenden rechnen: "Wir planen, unsere bisherige Dividendenpolitik fortzusetzen", hieß es im Geschäftsbericht.

Qualtätsoffensive soll die Kunden versöhnen

Mit einem neuen, "First Choice" genannten Qualitätsprogramm will der Konzern zudem seine Kunden besser an sich binden und den Wettbewerbern Marktanteile abjagen. "Kein Logistikkonzern ist im globalen Wettbewerb besser aufgestellt", erklärte Konzernchef Klaus Zumwinkel. Die Post wolle nun "die weltweite Nummer 1 bei Qualität und Kundenzufriedenheit" werden. Das Programm, das unter anderem Verbesserungen bei der Flugnetzplanung, dem Beschwerdemanagement sowie Abholung von Sendungen, Transport und Zustellung vorsieht, solle ab 2007 weltweit eingesetzt werden.

In den vergangenen Jahren hatte die Post Schwierigkeiten, ihre zahlreichen Zukäufe zu integrieren. Bei langwierigen Anlaufschwierigkeiten litt auch die Kundenzufriedenheit. Besonders nach dem holperigen Start des Luft-Drehkreuzes im amerikanischen Wilmington musste die Post in der Expresssparte um ihren Ruf kämpfen.

reuters/dpa-afx

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