LTU Käufer gesucht

Die LTU-Touristik soll offenbar verkauft werden. Die Eigentümer des Reisekonzerns, die WestLB und Swissair, wollen Berichten zufolge ihre Beteiligungen abgeben. Als Käufer gilt die Preussag-Tochter HTU.

Düsseldorf - Die meisten LTU-Firmen wie Jahn-Reisen, THR-Tours Transair, Tjaereborg, Allkauf-Reisen und Smile&Fly sollen an Europas Branchenprimus Hapag Touristik Union (HTU) gehen. Das berichtet das Magazin "Stern".

Sowohl die HTU als auch der Mutterkonzern Preussag erklärten umgehend, es gebe keine Verhandlungen übereinen Kauf von Tochterfirmen der LTU Touristik. Ein WestLB-Sprecher erklärte lediglich: "Wir kommentieren Marktspekulationen grundsätzlich nicht."

Grund für den Verkauf sind nach Angaben des "Stern" starke Verluste der LTU. Zwar könne das auf einen Wert von 1,4 Milliarden Mark geschätzte Unternehmen im laufenden Jahr in vielen Feriengebieten auf zweistellige Zuwächse verweisen, doch das Geschäft mit den Kanarischen Inseln für den kommenden Winter sei wegen mangelhafter Vertriebswege um fast 20 Prozent eingebrochen.

Der Reisekonzern arbeitet schon länger an der Lösung seines Vertriebsproblems. In die Bredouille kam die LTU nach Einführung eines eigenen Reservierungssystems, das sich am Markt nicht richtig durchsetzen konnte. Darüber wurde bereits im vergangenen Jahr der Vorstand ausgewechselt.

Angesichts der prekären finanziellen Situation der Swissair-Muttergesellschaft SAir sei außerdem beschlossen worden, die gesamte LTU-Luftflotte in einem "Sale-and-Lease-Back"-Verfahren zu verkaufen. Die Jets werden an eine Gesellschaft veräußert und anschließend zurückgemietet.