Credit Suisse Gutes Halbjahr

Die sechstgrößte Bank Europas hat besser verdient als erwartet. Das Plus im Privatkundengeschäft und bei Versicherungen konnte das schwächere Geschäft beim Investmentbanking und der Vermögensverwaltung mehr als ausgleichen.

Zürich - Die Credit Suisse Group hat im ersten Halbjahr 1999 einen Nettogewinn je Aktie von 9,85 Franken und einen Nettogewinn insgesamt von 2,7 Milliarden Franken (Vorjahr: 2,4 Milliarden) erzielt. Damit sei das Resultat der ersten sechs Monate 1998 um neun beziehungsweise elf Prozent übertroffen worden, hieß es von dem Unternehmen am Mittwoch. Analysten hatten ein Plus von sieben Prozent beim Gewinn pro Aktie erwartet.

Für das Gesamtjahr rechne die CS Group mit einem guten Ergebnis, hieß es. Sie gehe jedoch nicht davon aus, dass sie in der zweiten Jahreshälfte an die sehr guten Resultate der ersten sechs Monate anschließen könne.

Den Bankern geht da es nicht anders als normalen Anlegern auch. Seit Beginn des Sommers hätten sich die internationalen Finanzmärkte weniger günstig als im ersten Halbjahr entwickelt, und für den Rest des Jahres werde ein anspruchsvolles Geschäftsumfeld erwartet, entschuldigen sich die Anlageprofis.

Credit Suisse habe mit 201 Milliarden Franken einen Reingewinn in der Höhe des Jahresergebnisses 1998 erzielt. Die Eigenkapitalrendite der Gruppe belief sich auf 19 Prozent, wie es weiter hieß. Alle Geschäftseinheiten hätten erfreuliche Ergebnisse gezeigt, heißt es.

Das Retail Banking konnte das Ergebnis von 51 Millionen auf 201 Millionen Franken fast vervierfachen. Der Versicherungsbereich, die Winterthur, steigerte das Ergebnis um 19 Prozent.

Das Investmentbanking, zusammengefaßt in der Credit Suisse First Boston, habe trotz reduziertem Risiko-Engagement mit einem Reingewinn von einer Milliarde Franken abgeschlossen und an das gute Ergebnis des ersten Halbjahres 1998 angeknüpft. Allerdings drückten die hohen Kosten für das Abwerben und Halten von Führungskräften auf das Ergebnis. Ihre Eigenkapitalrendite betrug 21 Prozent.

Im Asset Management ging das Ergebnis um acht Prozent zurück. Die verwalteten Vermögen nahmen dagegen um 127 Milliarden Franken auf 1,061 Billiarden Franken zu.