Vodafone Japan-Geschäft vor Verkauf

Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone erwägt einen Verkauf seiner kriselnden Japan-Tochter an den japanischen Internetkonzern Softbank. Es gebe derzeit Gespräche, den Kontrollanteil zu veräußern, bestätigte Vodafone.

London/Tokio - Die Verhandlungen könnten am Ende zu einem Vertragsabschluss führen, müssten es aber nicht, hieß es am Freitag weiter. Damit bestätigte Vodafone  zuvor bekannt gewordene Berichte aus mit der Sache vertrauten Kreisen. Demnach befänden sich die Verhandlungen bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.

Eine Einigung zwischen Vodafone und Softbank  könnte noch in diesem Monat erzielt werden, verlautete aus den Kreisen. Der Buchwert von Vodafone K.K. beläuft sich derzeit auf zwei Billionen Yen (rund 14,3 Milliarden Euro). Softbank lehnte eine Stellungnahme am Freitag ab.

Softbank ist der größte Breitband-Internetanbieter in Japan und will dort zum führenden Kommunikationsunternehmen werden. Zu diesem Zweck strebt der Konzern nach früheren Angaben an, in großem Stil in den 78 Milliarden Dollar schweren japanischen Mobilfunkmarkt zu investieren.

Das Vodafone-Geschäft in Japan war in den vergangenen Jahren mehrfach in die Krise geraten. So blieben etwa die Verkäufe der mit viel Hoffnung verknüpften, dritten Handy-Generation hinter den Erwartungen zurück. Außerdem kämpfte Vodafone mit abnehmenden Kundenzahlen.

Nach Bekanntwerden der Verhandlungen legten die Vodafone-Aktien am Nachmittag an der Londoner Börse zeitweise um 9,4 Prozent auf 122 Pence zu. "Ich denke, es ist ein außerordentlich positives Signal", sagte ein Vodafone-Investor, der nicht genannt werden wollten.

reuters