CBS-Viacom Grossfusion im US-Fernsehmarkt

Der US-Film- und TV-Riese Viacom übernimmt CBS, eines der drei großen US-Fernseh-Networks. Die bisher größte Medien-Fusion weltweit hat einen Wert von rund 80 Milliarden Dollar.

New York - Die Fusion wird den TV-Markt in den USA neu sortieren. CBS gehört mit 16 TV-Stationen zu den drei großen, landesweit sendenden US-Networks. Viacom besitzt 19 TV-Stationen, die Kabelsender MTV, Nickelodeon und VH-1 sowie das Paramount Filmstudio.

Der definitiven Vereinbarung zufolge sollen CBS-Aktionäre 1,085 Viacom-Titel (Class B) je gehaltener CBS-Aktie erhalten, wie die Unternehmen mitteilten. Damit werde die CBS-Aktie mit 48,99 Dollar bewertet, hieß es.

Die Transaktion werde in der ersten Hälfte 2000 abgeschlossen sein, hieß es weiter. Die Fusion soll für die Aktionäre der beiden Gesellschafen steuerfrei sein. Das neue Unternehmen werde Viacom heißen. Sumner Redstone (Viacom) bleibe Chairman und CEO, während Mel Karmazin (CBS) President und Chief Operating Officer werde, wie weiter erklärt wurde.

Der 76jährige Redstone hat erfolgreich versucht, die Schuldenlast von rund fünf Milliarden Dollar bei Viacom zu reduzieren und die Firma zu sanieren. Verkauft wurden unter anderem Beteiligungen, der Videoverleih Blockbuster kam an die Börse. Bei den Einnahmen halfen ihm vor allem die überraschend gut laufenden Paramount-Filmproduktionen "The Truman Show" und "Saving Private Ryan".

Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluß gab es seit rund einem Monat. Damals lockerte die US-Aufsichtsbehörde die Bestimmungen und erlaubte erstmals einem Unternehmen, mehr als ein TV-Netzwerk in einem Markt zu halten. Die "New York Times" hatte am Freitag noch über eventuelle Fusionsgespäche berichtet.

Der Zusammenschluß wäre zum Teil auch eine Wiedervereinigung. Nach einem Beschluß der Aufsichtsbehörde mußte CBS 1970 Viacom als Lizenzhändler für CBS-Programme ausgliedern.