Beteiligungen Vodafone schreibt 41 Milliarden Euro ab

Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone meldet gewaltigen Abschreibungsbedarf. Der Wert der Auslandsbeteiligungen, allen voran Vodafone Deutschland, müsse um bis zu 41 Milliarden Euro nach unten revidiert werden, teilte das Unternehmen mit. Zudem senkte es seine Umsatzprognose.

London - Vodafone  muss vor allem wegen der deutschen Tochter bis zu 28 Milliarden Pfund abschreiben und hat zudem die Prognose für den Umsatz im kommenden Jahr gesenkt. Der Wert der Beteiligungen in Deutschland, Italien und Japan müsse zwischen 23 und 28 Milliarden (rund 41 Milliarden Euro) Pfund nach unten revidiert werden, teilte der Konzern am Montag in London mit. Der Großteil der Abschreibung gehe auf die Tochter Vodafone Germany zurück. Vodafone hatte den deutschen Mobilfunkanbieter D2 von Mannesmann erworben.

Zum 30. September waren die Beteiligungen in der Bilanz mit einem Wert von 81,5 Milliarden Pfund angesetzt. Damit müssen bis zu 34 Prozent des bisher angesetzten Wertes abgeschrieben werden. Die Tochter in Deutschland war mit 35,5 Milliarden Pfund die am höchsten bewertete Beteiligung. Den Wert der italienischen Tochter bezifferte Vodafone bisher auf 19,7 Milliarden Pfund.

Eine Größenordnung des Abschreibungsbedarfs für Deutschland nannte Vodafone nicht. Der Marktwert der Beteiligung werde jährlich überprüft, ergänzte der Sprecher. Die Anfang 2000 von Vodafone für 170 Milliarden Euro erworbene Tochter Mannesmann sei auf Grund des veränderten Börsenumfeldes heute wesentlich weniger wert.

Der Buchwert des Deutschlandhgeschäfts wurde bereits mehrfach korrigiert. Es steht seit September vorigen Jahres dem Sprecher zufolge ohnehin nur noch mit rund 52 Milliarden Euro (35,5 Milliarden Pfund) in den Büchern des Mobilfunkriesen und macht damit gut 40 Prozent des Konzernwertes von insgesamt 81 Milliarden) Euro aus.

Im Geschäftsjahr 2006/07 (Ende März) rechnet das Unternehmen wegen des zunehmenden Wettbewerbdrucks und Druck seitens der Behörden auf die Preise mit einem langsameren Wachstum als im laufenden Geschäftsjahr. Der Umsatz in den zwölf Monaten bis Ende März 2007 werde zwischen 5 und 6,5 Prozent legen. Die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr liegt bei 6 bis 9 Prozent. Vodafone rechnet 2006/07 zudem in den meisten Märkten mit einem Rückgang der operativen Marge auf Basis des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um rund 1 Prozent.

Bislang hatte der Konzern einen leichten Rückgang für die weitere Marge prognostiziert. Die weiteren Bemühungen um niedrigere Kosten könnten den Preisdruck und zusätzliche Investitionen in neue Kunden nicht kompensieren. Für Japan bestätigte der Konzern die bisherige Prognose einer Ebitda-Marge. Auch die anderen im Januar getätigten Aussagen zum Geschäftsverlauf im kommenden Jahr haben den Angaben zufolge weiter Bestand. Der bereinigte Gewinn je Aktie werde im Rahmen der Analystenerwartungen ausfallen.

Europaweit standen Telekomwerte nach dieser Meldung auf der Verliererseite. France Telecom  gaben 1,3 Prozent ab, die Deutsche Telekom  1,6 Prozent. Vodafone selbst verloren 5,3 Prozent.

dpa-afx, reuters

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