RWE Gewinnanstieg trotz hoher Abschreibungen

Der Essener Stromkonzern RWE hat im vergangenen Jahr seinen Gewinn gesteigert und will den Aktionären nun eine höhere Dividende zahlen. Grund für den Gewinnanstieg waren auch die angehobenen Strompreise. RWE rechnet in diesem Jahr mit einem zweistelligen Ergebnisanstieg.

Essen - Das Nettoergebnis sei um 4,4 Prozent auf 2,231 Milliarden Euro gestiegen, teilte RWE  am Donnerstagmorgen mit. Es lag damit im Rahmen der Analystenerwartungen, die mit einen Überschuss von 2,292 Milliarden Euro gerechnet hatten.

Belastet wurde das Ergebnis von einer Abschreibung auf das US-Wassergeschäft American Water in Höhe von 759 Millionen Euro. Für 2005 will der Konzern den Anteilseignern eine Dividende von 1,75 Euro je Aktie zahlen nach 1,50 Euro für das Geschäftsjahr davor.

Der Betriebsgewinn sei auf 6,201 (Vorjahr: 5,976) Milliarden Euro geklettert, hieß es weiter. Der Umsatz sank auf 41,819 (Vorjahr: 42,137) Milliarden Euro. Hier hatten Experten allerdings mit einem stärkeren Rückgang gerechnet.

Umsatz sinkt nach Beteiligungsverkäufen

Der Umsatzrückgang hängt mit dem Verkauf von Beteiligungen zusammen. RWE-Chef Harry Roels hat sich im vergangenen Jahr von umfangreichen Beteiligungen wie dem Baukonzern Hochtief getrennt und das Unternehmen auf die Kernbereiche Strom und Gas konzentriert. So verkaufte er die Umweltsparte und stellte das Wassergeschäft in Großbritannien und den Vereinigten Staaten zur Disposition.

Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sank um 0,9 Prozent auf 8,324 Milliarden Euro. Bereinigt um nicht-operative Effekte legte dieser jedoch um 5,0 Prozent zu. Fortschritte machte RWE auch beim Abbau der Schulden, die im abgelaufenen Jahr von 12,4 Milliarden auf 11,4 Milliarden Euro zurückgingen.

Ausblick: Ergebnis soll zweistellig wachsen

Für 2006 peilt RWE einen Zuwachs beim betrieblichen Ergebnis zwischen 5 und 10 Prozent an. Das Nettoergebnis soll zwischen 10 und 20 Prozent steigen. Das Unternehmen begründet seine Zuversicht damit, dass im laufenden Jahr negative Effekte wegfielen. Ergebnisbelastungen werden den Angaben zufolge voraussichtlich aus höheren Beschaffungskosten für Brennstoffe und CO2-Zertifikate in der Stromerzeugung resultieren. So erwartet RWE durch die Regulierung der Strom- und Gasnetze negative Effekte. Diese sollen aber weitgehend durch Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung kompensiert werden. Der Umsatz soll auf Vorjahresniveau liegen.

reuters, dpa-afx