Berufswechsel Notenbank-Vize tritt überraschend ab

Die einzige Begründung, die Roger Ferguson für seinen überraschenden Rücktritt vom zweithöchsten Posten bei der US-Notenbank nannte, war, dass er sich beruflich verändern wolle. US-Medien zufolge steigt mit dem Ausscheiden des langjährigen Greenspan-Vertrauten der Einfluss von Präsident Bush auf die Geldpolitik der USA.

Washingten - Die US-Notenbank verliert ihren Vizepräsidenten. Roger Ferguson habe sein Amt mit Wirkung zum 28. April 2006 niedergelegt, teilte die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch in Washington mit. Er werde bereits an der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 27./28. März nicht mehr teilnehmen. In einem Schreiben an US-Präsident George Bush gab Ferguson an, es sei "jetzt Zeit für mich, beruflich einen anderen Weg einzuschlagen.

Der 54-Jährige war 1997 vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton berufen worden, und von George Bush im Amt bestätigt worden. Bush, hatte mit der Ernennung des Nachfolgers von Alan Greenspan an der Fed-Spitze, dem Wirtschaftsprofessor Ben Bernanke, zwei weitere neue Mitglieder für das Gremium bestimmt, Randall Kroszner and Kevin Warsh. In verschiedenen US-Medien wird berichtet, dass Fergusons Rücktritt nun den Einfluss des US-Präsidenten auf die Notenbank stärkt.

Bernanke, der am 1. Februar offiziell die Leitung der Fed übernahm, sagte zu dem überraschenden Rücktritt von Ferguson: "Er leitete die ersten Maßnahmen der Fed nach dem 9/11-Terroranschlägen, war ein starker Vertreter der wachsenden Transparenz der Geldpolitik und repräsentierte die Federal Reserve geschickt in wichtigen Fragen auf internationalem Parkett." Bernanke schätze die Freundschaft zu Ferguson.

Vor seinem Wechsel zu Fed war Ferguson Partner beim Berater McKinsey. Seine Mitgliedschaft im Vorstand der Notenbank sollte eigentlich erst im Januar 2014 auslaufen, sein Mandat für die Vizepräsidentschaft im Oktober 2007.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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