BASF Im Schatten der Übernahmen

Deutschlands größter Chemiekonzern hat das Jahr 2005 mit einem Rekordergebnis beendet. Entsprechend will BASF eine deutlich höhere Dividende als im Vorjahr ausschütten. Einzig über die geplanten Milliarden-Übernahmen erfahren die Anleger nichts Neues. Dabei haben die Börsianer gerade darauf gewartet.

Ludwigshafen - Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF hat im Schlussquartal 2005 auf Grund hoher Rohstoffkosten und der Folgen der Wirbelstürme in den USA einen leichten Gewinnrückgang im operativen Geschäft verzeichnet. Das Ergebnis lag aber über den Schätzungen von Analysten.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sonderposten sei um 1,6 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro gesunken, teilte BASF  am Mittwoch in Ludwigshafen mit. Analysten hatten in einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit einem Ebit vor Sonderposten von 1,52 Milliarden Euro gerechnet. Im Gesamtjahr kam BASF auf einen operativen Gewinn von 6,14 Milliarden Euro, was einem Plus von 17,4 Prozent entspricht - so viel, wie nie zuvor.

Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 560 Millionen Euro, nach 404 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Auch die großen US-Rivalen Dow Chemical  und DuPont  hatten für das vierte Quartal Gewinnzahlen veröffentlicht, die durch die Wirbelstürme in den USA belastet wurden. Im Gesamtjahr 2005 kam BASF auf einen Umsatz in Höhe von 42,7 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 14 Prozent entspricht.

Insbesondere in den Bereichen Öl und Gas sowie in der Sparte Chemikalien erzielte der Konzern einen höheren Absatz. Den Überschuss steigerte der Chemieriese im Gesamtjahr um 50 Prozent auf drei Milliarden Euro.

Im laufenden Jahr will der weltgrößte Chemiekonzern erneut stärker als der Markt wachsen. "Unser Geschäft hat sich seit Jahresbeginn 2006 erfolgreich entwickelt", erklärte das Management. Die Auftragslage sei unverändert gut. Den Aktionären stellte BASF für 2005 eine Dividende von 2,00 Euro in Aussicht, für 2004 hatte der Chemieriese 1,70 Euro gezahlt.

BASF plane überdies, weiterhin eigene Aktien zurückzukaufen. Von Jahresanfang 2006 bis Mitte Februar wurden bereits Anteilsscheine im Wert von 339 Millionen Euro erworben, das entspricht etwa 5,4 Millionen BASF-Aktien.

Engelhard-Manager weigern sich

Engelhard-Manager weigern sich

An der Börse gaben die Aktien des Unternehmens nach - und notierten ein Miunus von 0,7 Prozent auf 62,56 Euro. Am Vortag war die Aktie mit 63,00 Euro aus dem Handel gegangen. Die geplanten Milliarden Euro teuren Übernahmen des US-Unternehmens Engelhard  und der Degussa-Bauchemiesparte  drängten die Zahlen aber in den Hintergrund, sagen Aktienhändler in einer ersten Reaktion.

Unterdessen hat der US-Spezialchemiekonzern Engelhard den BASF und anderen interessierten Bietern den Einblick in seine Bücher gegen ein Stillhalteabkommen angeboten. BASF sei ein entsprechendes Vertraulichkeitsabkommen zugestellt worden, geht aus einer am Dienstagabend veröffentlichen Mitteilung von Engelhard an die US-Börsenaufsicht SEC hervor. BASF müsse dann seinen bisherigen Übernahmeversuch einstellen.

Bisher haben laut Engelhard alle Interessenten außer BASF die Vertraulichkeitserklärung unterzeichnet. Angaben zu den Interessenten machte Engelhard nicht. Das bisherige Übernahmeangebot von BASF lehnt das amerikanische Unternehmen weiterhin als zu niedrig ab.

manager-magzin.de mit Material von dpa-afx, reuters und vwd