DaimlerChrysler Achtungserfolg

DaimlerChrysler hat im vergangenen Jahr bessere Geschäfte gemacht, als von vielen Marktbeobachtern erwartet worden ist. Dennoch muss der Konzern in einzelnen Sparten Milliardenverluste verkraften. An der Börse verlieren Daimler-Chysler-Aktien heute deutlich an Wert.

Stuttgart - Der Autohersteller DaimlerChrysler  hat seine Gewinnziele im vergangenen Jahr zwar erreicht, ist bei seiner ehemals hoch profitablen Pkw-Sparte Mercedes aber erstmals seit mehr als zehn Jahren in die Verlustzone gefahren. Wie der Autokonzern DaimlerChrysler am Donnerstag berichtete, gab es wegen der hohen Kosten für die Smart-Sanierung und für den Personalabbau einen Verlust von 505 Millionen Euro. Die Experten hatten ein Minus von 626 Millionen Euro befürchtet.

Bereits im Vorjahr war der Gewinn der Pkw-Sparte auf 1,7 Milliarden Euro nach 3,1 Milliarden Euro im Jahr 2003 zurückgegangen. Das letzte Mal hatte die damalige Mercedes-Benz AG mit den Pkw- und Lkw-Aktivitäten im Jahr 1993 einen Nettoverlust von damals 1,2 Milliarden Mark geschrieben. Das einstige Sorgenkind Chrysler konnte dagegen den operativen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro auf 1,5 Milliarden Euro steigern. Mit rund zwei Milliarden Euro schaffte die Nutzfahrzeugsparte einen Rekordgewinn.

Der operative Gewinn des Gesamtkonzerns lag 2005 wie von Analysten erwartet bei 5,2 Milliarden Euro nach 5,75 Milliarden Euro im Vorjahr, wie DaimlerChrysler am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Darin enthalten sind unter anderem negative Sondereffekte wie die Aufwendungen für die Sanierung der defizitären Kleinwagentochter Smart in Höhe von 1,1 Milliarden Euro.

Das Nettoergebnis für den DaimlerChrysler-Konzern lag im vergangenen Jahr mit 2,84 Milliarden Euro um rund 400 Millionen Euro über den Schätzungen der Analysten. Auch der Umsatz fiel mit 149,8 Milliarden Euro höher aus als erwartet. Im Jahr 2004 hatte der Konzern Erlöse in Höhe von 142,1 Milliarden Euro verbucht. Auch der Umsatz lag mit 149,78 Milliarden Euro über den Schätzungen; im Vorjahr hatte der Umsatz des Konzerns bei 142,1 Milliarden Euro. Von Analysten waren Erlöse von 147,5 Milliarden Euro erwartet worden.

Das DaimlerChrysler-Management geht im laufenden Jahr von einer Verbesserung der Ertragslage aus. Eine weiter gehende Ergebnisprognose werde erst zu einem späteren Zeitpunkt abgegeben, teilte der Automobilhersteller am Donnerstag bei Vorlage der vorläufigen Zahlen für 2005 mit. Als Grund nannte der Konzern die Neuorganisation in der Verwaltung des Unternehmens.

Der Kurs der DaimlerCrysler-Aktien ist nach Vorlage von Bilanzdaten im vorbörslichen Handel gestiegen. Händler reagieren offenbar positiv auf die Jahres- und Quartalszahlen des Autokonzerns. Sie seien insgesamt besser ausgefallen als erwartet, allerdings sei der Ausblick des Autobauers recht verhalten, hieß es vor Handelsbeginn an der Börse.

An der Börse verlieren Daimler-Chysler-Aktien heute deutlich an Wert. Bisher notieren die Titel des Stuttgarter Autokonzerns mit rund 3,2 Prozent im Minus bei 48,50 Euro.

manager-magazin.de mit Material von afp, dpa und dow-jones newswires

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