Arcelor Gewinnplus stärkt Abwehrposition

Im Abwehrkampf gegen eine Übernahme durch den Mittal-Konzern stärkt der Stahlkocher Arcelor seine Position mit guten Geschäftszahlen: Während Mittal 2005 weniger verdiente, hat Arcelor seinen Gewinn um rund zwei Drittel gesteigert. Seine Aktionäre will der Luxemburger Konzern mit einer höheren Dividende zur Treue verpflichten.

Luxemburg - Der luxemburgische Stahlhersteller Arcelor  geht mit einem stärker als erwartet gestiegenen Jahresgewinn in die weitere Übernahmeschlacht mit Mittal Steel . Während der unerwünschte Bieter Mittal 2005 weniger verdiente, konnte Arcelor den Gewinn teilweise begünstigt durch Steuereffekte um rund zwei Drittel auf 3,846 Milliarden Euro steigern.

Der Umsatz sei 2005 um 3,9 Prozent auf 32,61 Milliarden Euro geklettert, teilte Arcelor am Donnerstag in Luxemburg mit. Bei beiden Werten hatten Experten mit geringeren Anstiegen gerechnet.

Das Unternehmen werde der Hauptversammlung die Erhöhung der Dividende um 85 Prozent auf 1,20 Euro je Aktie vorschlagen, hieß es weiter. Auf diese Weise solle den Aktionären die Ablehnung der Mittal-Offerte erleichtert werden.

Arcelor betonte zudem erneut, dass die Mittal-Offerte den Wert des Unternehmens nicht im Ansatz widerspiegelt. Mittal hatte Ende Januar vier eigene Aktien sowie 35,25 Euro in bar für fünf Arcelor-Aktien. Zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe wurde eine Arcelor-Aktie mit 28,21 Euro bewertet. Der Gesamtwert der Offerte belief sich auf 18,6 Milliarden Euro. Der Wert beider Papiere legte seitdem deutlich zu. Die Anteile von Arcelor kosteten zuletzt 29,79 Euro.

Arcelor lehnte die das Angebot als nicht erwünscht und zu niedrig ab. Arcelor-Chef Guy Dolle hatte jüngst in einem Zeitungsinterview gesagt, dass wenn überhaupt nur eine Barofferte geprüft werde.

Solange nur ein Angebot in Aktien vorliege, werde er nicht darüber sprechen. Mittal-Papiere seien Aktien "zweiter Klasse" ohne Liquidität. Die eigenen Aktionäre will Arcelor überproportional am Gewinnanstieg teilhaben lassen. Die Dividende soll um 85 Prozent auf 1,20 Euro je Anteil erhöht werden.

Für das laufende Jahr ist Arcelor zudem optimistisch, dass die Stahlpreise wegen der gesunkenen Lagerbestände bei den Kunden weiter anziehen werden. Das Ergebnis 2006 werde daher wieder stark ausfallen. Die weltweite Stahlnachfrage werde getragen von einem zehnprozentigen Schub in China um sieben Prozent steigen.

In der Übernahmeschlacht gegen Mittal Steel will sich das luxemburgische Unternehmen nach den Worten Dolles keine Schützenhilfe von der amerikanischen US Steel oder japanischen Nippon Steel  holen. Arcelor bleibe bei seiner Strategie, die Aktionäre von der besseren Entwicklungsstrategie ohne Mittal zu überzeugen.

dpa-afx

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