Deutsche Post Gewinnbescheinigung zugestellt

Die Deutsche Post hat trotz der Verluste in ihrem Nordamerika-Geschäft ihren operativen Gewinn im Geschäftsjahr 2005 deutlich gesteigert. Bis zum Jahr 2009 will der Konzern den operativen Gewinn nun auf fünf Milliarden Euro in die Höhe schrauben.

Bonn - Schon im vergangenen Jahr sei der operative Gewinn (Ebit) des weltweit größten Logistikunternehmens verglichen mit dem Vorjahr um 25,1 Prozent auf 3,755 Milliarden Euro geklettert, teilte die Deutsche Post  heute in Bonn mit. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 2,235 Milliarden Euro 40 Prozent mehr als im Vorjahr, der Umsatz stieg um auf 3,3 Prozent auf 44,6 Milliarden Euro.

Beim Gewinn lag die Post damit leicht über und beim Umsatz leicht unter den Prognosen der Branchenexperten. An der Gewinnsteigerung sollen auch die Aktionäre beteiligt werden: Sie sollen eine gegenüber 2004 mindestens um ein Drittel erhöhte Dividende erhalten. 2004 hatte die Post 0,50 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet.

Gewinnsteigerungen verbuchte die Post vor allem in den Bereichen Logistik sowie Finanzdienstleistungen mit der Postbank . Im Unternehmensbereich Express, in dem der Bonner Konzern mit Anlaufverlusten in den USA zu kämpfen hat, trübte indes eine Abschreibung auf den Firmenwert in der Region Nordamerika in Höhe von 434 Millionen Euro das Bild. Der operative Gewinn der Sparte brach auf elf Millionen Euro ein. Im vergangenen Jahr verdiente Deutschlands führender Brief- und Paketversender dort noch 117 Millionen Euro.

Das Post-Management um Konzernchef Klaus Zumwinkel rückt deshalb von seinem bisherigen Ziel ab, in der Region Ende 2006 die Gewinnzone zu erreichen. Nun heißt es, das Express-Geschäft in Nordamerika solle sich "in den kommenden Jahren" in Richtung Gewinnzone entwickeln. Die Post versucht im US-Markt den Konkurrenten Fedex  und UPS  die Stirn zu bieten.

Trotz des Rückschlages im wichtigen Amerika-Geschäft hat Post-Chef Zumwinkel mit seinem Unternehmen noch einiges vor. Bis zum Jahr 2009 will er den operativen Gewinn des Konzerns auf mindestens fünf Milliarden Euro steigern. Die Bereiche Express, Logistik und Finanzdienstleistungen sollen dabei jeweils mindestens eine Milliarde Euro beisteuern.

Im wichtigen Briefgeschäft, das 2005 ein Ebit in Höhe von zwei Milliarden Euro einfuhr, planen die Post-Manager allerdings mit Blick auf die anstehende Liberalisierung des deutschen Briefmarkts vorsichtshalber ein Minus von 10 bis 20 Prozent des bisher erreichten ein.

Die Post hatte sich bereits in der Vergangenheit Langfrist-Gewinnziele gesteckt. Das ursprüngliche Ziel von 3,6 Milliarden Euro für das Jahr 2005 hat der Konzern mit den am Mittwoch vorgelegten Zahlen weit übertroffen. An der Börse büßen die Anteilsscheine des Unternehmens nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen leicht an Wert ein. Die Post-Aktie verliert bisher 0,3 Prozent auf 23,35 Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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