MLP Starker Schlussspurt

Der Heidelberger Finanz- und Versicherungsmakler MLP hat im Schlussquartal 2005 unerwartet gute Geschäfte gemacht. Auch für das Gesamtjahr fielen die Zahlen besser als erwartet aus. Der Ausblick ist optimistisch.

Stuttgart - MLP  hat den Vorsteuergewinn im fortgeführten Geschäft habe im vierten Quartal mit 37,3 Millionen Euro fast auf der Höhe des Boomjahres 2004 (37,5 Millionen Euro) gelegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Analysten hatten nach dem Verkauf der Versicherungstöchter hingegen mit einem Rückgang auf 32,7 Millionen Euro gerechnet. Die Maklererträge sanken wie beim Konkurrenten AWD um 21 Prozent auf 183,6 Millionen Euro, womit die erwarteten 185,4 Millionen Euro leicht unterboten wurden.

Auch im Gesamtjahr übertraf MLP die Gewinnerwartungen. Der Finanzmakler verdiente vor Steuern im fortgeführten Geschäft mit 68,7 Millionen Euro deutlich mehr als die erwarteten 63,7 Millionen Euro. Auf Grund einer schwachen ersten Jahreshälfte wurde der Wert des Boomjahres 2004 von 77,7 Millionen Euro aber nicht erreicht. Der Ergebnisrückgang fiel damit aber deutlich geringer aus als beim Konkurrenten AWD , der am Vortag seine vorläufigen Zahlen vorgelegt hatte.

Ende 2004 war das Steuerprivileg für Kapitallebensversicherungen ausgelaufen, was einen Nachfragesog ausgelöst hatte. Die Änderungen in der Besteuerung und Förderung der privaten Altersvorsorge sorgten danach im vergangenen Jahr für Zurückhaltung bei den Kunden.

Auslandsgeschäft läuft nicht zufriedenstellend

Für 2006 rechnet MLP mit einer anziehenden Nachfrage und mit einem Sprung des Vorsteuergewinns um 75 Prozent auf 120 Millionen Euro gegenüber dem bereinigten Vorjahresvergleichswert. Dazu sollen höhere Provisionen beitragen, die MLP bei der Vermittlung von Produkten der verkauften Lebensversicherungstochter erhält. Zu Jahresbeginn stiegen außerdem bei den Riester-Renten die Pflichtbeiträge.

Nicht zufrieden ist MLP weiterhin mit dem Auslandsgeschäft, das 2005 acht Millionen Euro Verlust vor Steuern einfuhr. In der der Schweiz wird sich der Makler voraussichtlich aus dem Neugeschäft zurückziehen und nur noch Bestandskunden betreuen.

Unter den selbst gesteckten Zielen blieb das im Nebenwerte-Index MDax  gelistete Unternehmen bei der Steigerung der Kunden- und Beraterzahl.

reuters

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