Märkte Gute Vorgaben aus New York

Die späte Kursrally an der Wall Street und ein weiter fallender Ölpreis werden den Handel in Frankfurt heute positiv beeinflussen. Zahlreiche Geschäftszahlen aus dem In- und Ausland rücken zunächst die Finanzwerte in den Fokus.

Hamburg/Frankfurt am Main - Der Dow Jones  schloss 1,30 Prozent fester auf 11.028 Punkten. Der Technologieindex Nasdaq Composite  gewann 1,0 Prozent auf 2262 Punkte. An der asiatischen Leitbörse in Tokio strichen die Anleger dagegen jüngste Gewinne ein. Der Nikkei  verlor nach einem nervösen Handel 1,6 Prozent auf 15.932 Zähler.

Neben den guten Vorgaben aus New York könnte sich ebenso der leicht gefallene Ölpreis positiv auf die Stimmung auswirken. Der US-Ölpreis hat sich am Dienstag zunächst weiter unter 60 Dollar gehalten. Im asiatischen Handel wurde ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI mit 59,66 Dollar gehandelt. Dies waren neun Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der US-Ölpreis war am Dienstag erstmals im laufenden Jahr unter 60 Dollar gefallen.

Aus deutscher Sicht könnten zunächst die Titel der Commerzbank  in den Fokus rücken. Die Bank hatte bereits am Vortag Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr bekannt gegeben und wird heute den kompletten Bericht vorstellen sowie einen Ausblick geben. Den Angaben vom Vortag zufolge verdreifachte sich der Überschuss 362 Millionen auf 1,17 Milliarden Euro.

Die um Erträge aus Beteiligungsverkäufen bereinigte Rendite liege bei 9,6 Prozent und damit deutlich über den zuletzt angepeilten Ziel von mehr als 8 Prozent, wie die Bank am Mittwochmorgen ergänzte. Für 2006 werde mit einer Eigenkapitalrendite von mindestens zehn Prozent gerechnet. Die Dividende für die Aktionäre soll weiter steigen, hieß es weiter. Für das abgelaufene Jahr hatte die Bank bereits am Vortag eine Dividende von 0,50 (0,25) Euro je Aktie angekündigt.

Credit Suisse und BNP Paribas steigern ihren Gewinn

Zahlen aus dem Finanzsektor gab es am Morgen auch aus der Schweiz und Frankreich. Die Schweizer Großbank Credit Suisse  hat ihren Überschuss im vergangenen Jahr um knapp vier Prozent auf 5,85 Milliarden Schweizer Franken (3,75 Milliarden Euro) gesteigert. Experten hatten mit einem stärkeren Gewinnanstieg gerechnet. Das gesamte verwaltete Vermögen legte um 21,6 Prozent auf 1,48 Billionen Franken zu. Die Nettoerträge inklusive Versicherungsprämien und Erlösen aus Beteiligungsverkäufen kletterten um 10 Prozent auf 60,63 Milliarden Franken. Die Dividende soll von 1,50 Franken je Aktie auf 2,00 Franken erhöht werden.

Die französische Großbank BNP Paribas  hat im vierten Quartal ihren Gewinn um 23 Prozent gesteigert und damit die Analystenerwartungen übertroffen. Der Nettogewinn stieg auf 1,335 Milliarden Euro, wie das Geldhaus am Mittwoch in Paris mitteilte. Grund sei vor allem ein starkes Vermögensverwaltungs- und Investmentgeschäft. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 1,311 Milliarden Euro gerechnet. Auch die Einnahmen lagen mit 5,622 Milliarden Euro über den Erwartungen von 5,502 Milliarden Euro. Von der geplanten Übernahme der italienischen Bank BNL erwarte sich das Unternehmen einen weiteren Schub, teilte BNP Paribas mit.

MLP übertrifft die Gewinnerwartungen

Der Heidelberger Finanz- und Versicherungsmakler MLP  hat im Schlussquartal 2005 mit der Vermittlung von Altersvorsorgeprodukten unerwartet gute Geschäfte gemacht. MLP teilte am Mittwoch mit, der Vorsteuergewinn im fortgeführten Geschäft habe im vierten Quartal mit 37,3 Millionen Euro fast auf Vorjahreshöhe von 37,5 Millionen Euro gelegen. Analysten hatten nach dem Verkauf der Versicherungstöchter im Schnitt hingegen mit einem Rückgang auf 32,7 Millionen Euro gerechnet. Die Maklererträge sanken um 21 Prozent auf 183,6 Millionen Euro, womit die erwarteten 185,4 Millionen Euro leicht unterboten wurden.

Auch im Gesamtjahr übertraf MLP die Gewinnerwartungen der Analysten.

Münchener Rück, Deutsche Post und Siemens im Blick

Die Papiere der Münchener Rück  stehen am Mittwoch nach Zahlen der Tochter Ergo  im Blick, sagten Händler. Die zum Rückversicherer gehörende Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihr Konzernergebnis mehr als verdreifacht. Der Gewinn nach IFRS stieg um 231 Prozent auf 782 (236) Millionen Euro.

Neben den Finanzwerten dürften auch die Aktien der Deutsche Post  die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Bonner Logistiker legt seine Eckdaten aus dem vergangenen Geschäftsjahr vor. Analysten gehen davon aus, dass die Post das eigene Ziel beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von mindestens 3,7 Milliarden Euro erreicht hat.

Auch Siemens-Aktien  werden in den Fokus rücken. Der Konzern hat sich von seiner Beteiligung am IT-Dienstleister Syskoplan vollständig getrennt. Wie Syskoplan per Finanzanzeige in der "Börsen-Zeitung" mitteilte, wurde die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte am 19. Januar unterschritten. Siemens halte keine Anteile mehr.

mm.de mit Material von reuters und dpa-afx

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