Electrolux Rote Zahlen durch AEG-Streik

Der Streit um die Schließung des Nürnberger AEG-Werks hat dem schwedischen Electrolux-Konzern im vergangenen Quartal Verluste beschert. Im laufenden Jahresviertel dürfte sich der Streik der AEG-Mitarbeiter erneut auf das Ergebnis auswirken, teilte der Konzern mit.

Stockholm - Die Kosten für die Schließung des AEG-Werks Nürnberg haben den schwedischen Mutterkonzern Electrolux in die roten Zahlen rutschen lassen. Unter dem Strich sei im vierten Quartal ein Verlust von 47 Millionen Euro geblieben, teilte der weltweit größte Hausgerätehersteller am Dienstag in Stockholm mit. Grund seien die Restrukturierungskosten von 225 Millionen Euro für die Verlagerung der Waschmaschinen- und Geschirrspülerproduktion von Nürnberg nach Polen.

Die rund 1700 Beschäftigten in Nürnberg setzten ihren Streik am Dienstag fort. Sie fordern den Erhalt des Standorts und einen Sozialtarifvertrag im Umfang von 400 Millionen Euro.

Der Streik wird auch auf das Erstquartalsergebnis der Muttergesellschaft Electrolux  durchschlagen. Der Electrolux-Chef Hans Straberg räumte am Dienstag ein, der seit drei Wochen laufende Streik werde auch das Ergebnis der Monate Januar bis März beeinträchtigen.

Im Vergangenen Quartal steigerte Electrolux steigerte seinen Umsatz um 18 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. In Amerika und Asien lief das Geschäft mit "weißer Ware" gut. Die Schwäche der schwedischen Krone habe Electrolux Rückenwind verschafft, erklärte der Analyst Anders Berg von der Evli Bank.

Henrik Schultz von der Danske Bank sagte, Einsparungen bei Hausgeräten und Preissteigerungen hätten zu einem sehr starken Quartalsergebnis geführt. Im laufenden Jahr erwartet Electrolux Wachstum vor allem in Europa und Nordamerika. Bis Ende 2008 will der Konzern die Hälfte seiner Waschmaschinen- und Staubsaugerfabriken von Hoch-Lohn- in Billig-Lohn-Länder verlagern.

ap, vwd

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