Medigene Vor der Wende?

Das Biotechnologieunternehmen Medigene hat trotz eines deutlichen Umsatzplus im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben – doch der Aktienkurs der Firma steigt. In den nächsten Monaten wird es bei dem bayerischen Unternehmen besser laufen, glauben Wertpapierexperten.

München - Das Biotechnologieunternehmen Medigene  hat 2005 dank starker Nachfrage nach seinem Krebsmedikament Eligard und der Zusammenarbeit mit dem Pharmariesen GlaxoSmithKline  einen Umsatzsprung erzielt. Der operative Verlust ging deutlich zurück, was an der Börse am Montag mit einem Kursplus von 3,6 Prozent auf 8,60 Euro honoriert wurde.

So sank der Verlust vor Zinsen und Steuern im vergangenen Jahr auf 11,5 Millionen Euro, nach 14,7 Millionen Euro im Jahr 2004. Für 2005 wies das im Technologieindex TecDax gelistete Unternehmen einen Umsatzanstieg auf 19,7 Millionen Euro aus, nach 13,1 Millionen Euro im Vorjahr. Für das laufende Jahr stellte Medigene ein positives Betriebsergebnis und eine neuerliche Steigerung der Erlöse um rund 50 Prozent in Aussicht.

Medigene hat erst kürzlich eine Vermarktungs- und Entwicklungspartnerschaft mit dem US-Spezialpharmakonzern Bradley Pharmaceuticals abgeschlossen. Das Unternehmen aus Martinsried bei München traut dem Mittel, dessen Wirkstoff aus Blättern des grünen Tees gewonnen wird, einen Spitzenumsatz von 100 Millionen Euro pro Jahr zu.

Analysten warten nun darauf, dass Medigene mit seinem Hoffnungsträgermedikament auch Geld verdient. Zumindest Sal. Oppenheim-Experte Rüdiger Weseloh rechente damit, dass die Biotewchnologiefirma im laufenden Jahr die US-Zulassung für die Arznei Polyphenon erhält. Ab 2007 solle das Medikament dann gleich für einen Umsatzschub sorgen.

Medigene-Finanzvorstand Alexander Dexne wies darauf hin, dass sich der Barmittelverbrauch seines Unternehmens weiter reduziert habe. Den für Biotechunternehmen wichtigen Mittelabfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit bezifferte Medigene auf 10,4 Millionen Euro. Die liquiden Mittel hätten zum Jahresende bei 37,6 Millionen Euro gelegen. Ende 2006 sollen es voraussichtlich noch 37 Millionen Euro sein.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.