ThyssenKrupp Leicht eingeknickt

ThyssenKrupp ist wegen sinkender Erträge in zwei seiner Geschäftsbereiche mit einem Fünftel weniger Gewinn in das Geschäftsjahr 2005/06 gestartet. Analysten sind nicht überrascht, Deutschlands Anleger schon: Die Aktie des Stahlunternehmens verliert heute deutlich an Wert.

Düsseldorf - Der schwache Stahlmarkt und hohe Energiepreise belasten den deutschen Stahlkonzern ThyssenKrupp : Der Nettogewinn fiel im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf 255 Millionen Euro nach 331 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie der Konzern am Montag in Düsseldorf mitteilte. Das Ergebnis vor Steuern sank auf 425 Millionen Euro nach 530 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Vor allem das Geschäft mit rostfreiem Stahl in Europa und Nordamerika brach ein: Der Bereich erzielte vor Steuern nur noch sieben Millionen Euro nach 125 Millionen Euro im ersten Quartal 2005. Der Umsatz von ThyssenKrupp stieg dagegen um neun Prozent auf 10,9 Milliarden Euro.

Seit dem vergangenen Jahr leiden die großen europäischen Stahlhersteller unter sinkenden Weltmarktpreisen für ihre Produkte und unter den hohen Energiekosten. Auch der wichtige Automobilbereich wirft keine hohen Gewinne mehr ab. Im laufenden Jahr rechnet ThyssenKrupp aber "mit einer insgesamt positiven Geschäftsentwicklung". Das Vorsteuerergebnis dürfte laut Firmenchef Ekkehard Schulz bei 1,5 Milliarden Euro liegen, der Umsatz bei 43 Milliarden Euro.

Zu der geplanten Übernahme des kanadischen Stahlkochers Dofasco  äußerte sich der Konzern nicht. ThyssenKrupp war Ende Januar in einem milliardenschweren Bietergefecht dem Konkurrenten Arcelor  unterlegen. Der indische Stahlgigant Mittal Steel , der eine Übernahme Arcelors plant, will Dofasco aber nach Abschluss an den deutschen Konzern weiterreichen.

Die Analysten der Landesbank Rheinland Pfalz haben die Aktien von ThyssenKrupp nach Vorlage der endgültigen Zahlen mit "Underperform" bestätigt. Nachdem der Düsseldorfer Stahlkonzern die Eckdaten für das erste Quartal bereits zur Hauptversammlung vorgelegt hatte, brachten die endgültigen Zahlen keine wesentlichen Überraschungen, hieß es in einem Kurzkommentar vom Montag. Für das Gesamtjahr bleibe das Management bei der Prognose seines Konzernumsatzes.

Dagegen schätzen die Wertpapierexperten der WestLB die Kursaussichten der ThyssenKrupp-Aktie in den kommenden Wochen besser ein als zuletzt. Die Analysten verwiesen zur Begründung auf den hohen Auftragseingang des Unternehmens.

Dennoch sinkt der Kurs der ThyssenKrupp-Aktie heute nach Bekanntgabe der Unternehmensgeschäftszahlen deutlich. Derzeit weisen die Titel verglichen mit dem Freitagsschlusskurs einen Verlust in Höhe von rund 2,3 Prozent auf etwa 19,30 Euro auf. Damit fallen die ThyssenKrupp-Aktien auf dem letzten Platz der Dax-Liste zurück.

manager-magazin.de mit Material von afp

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