US-Notenbank Greenspans Abschied - Zinserhöhungen vor dem Ende

Die US-Notenbank hat den Leitzins wie erwartet das 14. Mal in Folge erhöht. Zum Abschied als Chefnotenbanker signalisierte Alan Greenspan, dass der seit 19 Monaten währende Zinserhöhungszyklus in eine Endphase eingetreten ist. Greenspans Nachfolger Ben Bernanke gewinnt dadurch Spielraum.

Washington - Die Fed hob den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,50 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit April 2001. Die Notenbank änderte in ihrem anschließenden Statement ihre Wortwahl zu ihrer künftigen Politik leicht,in dem sie erklärte, dass weitere Zinserhöhungen nötig seinkönnten. Zuvor hatte die Fed weitere Zinserhöhungen noch als "wahrscheinlich" bezeichnet.Die Mehrzahl der Volkswirte in den USA geht davon aus, dass die Fed die Zinsen nach ihrer Sitzung am 28. März ein weiteres Mal auf dann 4,75 Prozent anheben wird. Greenspans Nachfolger Ben Bernanke erhält durch den etwas zurückhaltenderen Ausblick der Fed jedoch mehr Spielraum und könnte es auch bei 4,5 Prozent belassen.US-Börsen knapp behauptetSowohl Dow Jones  als auch der Technologieindex Nasdaq Composite , gaben unmittelbar nach der Zinsentscheidung jeweils um 0,5 Prozent nach. Der Dow schloss 0,3 Prozent schwächer, während sich die Nasdaq leicht erholte und auf Vortagesniveau aus dem Handel ging. In Japan schloss der Nikkei am Mittwoch 1,0 Prozent schwächer.Ob die Fed mit der Erhöhung auf 4,5 Prozent ihren Zinsgipfel bereits erreicht hat, ist unter Experten weiterhin strittig. Die Deutsche Bank sieht den Höhepunkt erst bei fünf Prozent erreicht.Der DekaBank zufolge wird sich die Fed alle Optionen offen halten. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Stellungnahme der Notenbank "konkrete Hinweise auf den für die nähere Zukunft geplanten Kurs der Geldpolitik enthalten wird". Die Fed werde ihre Entscheidungen zunehmend von der Entwicklung aktueller Konjunkturdaten abhängig machen.Bernanke folgt auf GreenspanDie Sitzung des Offenmarktausschusses am Dienstag war die letzte Sitzung von Notenbankchef Alan Greenspan. Der 79-jährige Notenbankchef scheidet nach 18,5 Jahren aus dem Amt. Greenspans Nachfolger wird der oberste Wirtschaftsberater von US-Präsident George W. Bush, Ben Bernanke. Beobachter erwarten durch den Führungswechsel keine radikale Kursänderung in der Geldpolitik. Bush hat unterdessen den Stanford-Professor Edward Lezear zu seinem neuen Wirtschaftsberater ernannt. Der 57-Jährige soll die Nachfolge von Bernanke antreten, wie das Weiße Haus am Montag mitteilte.

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