Ericsson Rekord unter Erwartungen

Ericsson hadert trotz eines Quartalsrekordes mit dünneren Margen. In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres hat der schwedische Ausrüster für Mobilkommunikation weniger Geld verdient als Experten zuvor erwartet hatten. An der Börse schlagen sich die Ericsson-Aktien dennoch passabel.

Stockholm - Der Telekomausrüster Ericsson  hat im vierten Quartal wegen Abschreibungen auf Finanzanlagen die Gewinnerwartungen enttäuscht. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, stieg der Vorsteuergewinn von 8,7 auf 10,1 Milliarden schwedische Kronen. Analysten hatten allerdings mit 10,4 Milliarden Kronen gerechnet. Grund waren Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 450 Millionen Kronen.

Nach Steuern allerdings blieben 8,5 Milliarden Kronen übrig, und damit das beste Quartalsergebnis in Ericssons Unternehmensgeschichte. Wie der Konzern am Dienstag in Stockholm weiter mitteilte, betrug der Jahresgewinn 24,3 Milliarden Kronen - ein Plus von 29 Prozent verglichen mit dem Vorjahreswert. Und beim Umsatz übertraf Ericsson sogar die Prognosen der Experten: Dank der Dollar-Bewegung zur Krone legte der Umsatz von 39,4 auf 45,7 Milliarden Dollar zu, verglichen mit der Analystenschätzung von 43,9 Milliarden Dollar.

Dennoch: Unter dem Strich büßte Ericsson an Profitabilität ein. Die Bruttomarge gab auf 44,2 Prozent von 45,6 Prozent im Vorquartal nach. Die Schweden führten den Rückgang auf einen steigenden Dienstleistungsanteil zurück. Ericsson kümmere sich zunehmend um die Technik der Mobilfunknetze der Betreiber.

"Sowohl die operative wie auch die Bruttomarge waren geringer als erwartet", kommentierte Analyst Greger Johansson von Redeye das Geschäftsergebnis des schwedischen Unternehmens. Es biete sich ein gemischtes Bild, ergänzte sein Kollege Thomas Langer von der WestLB. Das Gewinnplus sei hervorzuheben, die Margen allerdings seien nicht so gut und dürften noch weiter unter Druck kommen, fügte er hinzu. Markus Ludqvist vom Brokerhaus Eric Penser betonte dagegen den Zuwachs bei den Umsätzen. Die Marge sei zwar niedrig, werde aber im Zuge der Integration des britischen Telekomzulieferers Marconi wieder steigen.

"Das Aufkommen in den weltweiten Mobilfunknetzen wird voraussichtlich weiter wachsen, weil es zum einen neue Dienste und zum anderen neue Kunden gibt", teilte das Unternehmen mit. Für 2006 rechnet Ericsson weiter damit, dass der Markt für Mobilfunksysteme - gemessen in US-Dollar - verglichen mit 2005 moderat wachsen wird.

"Wir gewinnen zudem dank der Zufriedenheit unserer Kunden mit unserer Technologie und unseren Mitarbeitern weiter Marktanteile", sagte Unternehmenschef Carl-Henric Svanberg. Im schwedischen Rundfunk schätzte er den Marktanteil des Konzerns auf 35 Prozent.

In Stockholm notierte die Aktie des Konzerns im Plus. Ericsson-Aktien haben am Dienstag 1,84 Prozent auf 27,70 schwedische Kronen an Wert gewonnen.

manager-magazin.de mit Material von dpa, dpa-afx und reuters

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