Nokia Umsatz steigt, Rendite sinkt

Der Handy-Hersteller Nokia hat dank großer Nachfrage aus China und Nordamerika im vierten Quartal deutlich mehr Mobiltelefone verkauft und den Umsatz gesteigert. Der Absatz von mehr günstigeren Handys drückte aber auf die Rendite.

Helsinki - Nokia  teilte am Donnerstag mit, in den vergangenen drei Monaten des vergangenen Jahres 84 Millionen Mobiltelefone verkauft zu haben - 27 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und 34 Prozent des gesamten Branchenabsatzes. Im laufenden Quartal erwartet der Konzern einen stabilen oder leicht steigenden Marktanteil.

Der Umsatz stieg um 9,3 Prozent auf 10,33 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite sank jedoch auf 13,2 Prozent und lag damit unter den 14,1 Prozent, die von Reuters befragte Analysten im Durchschnitt geschätzt hatten.

Der Gewinn je Aktie stieg im abgelaufenen Quartal auf 0,25 von 0,24 Euro und traf damit die Analystenprognose. Die Aktie von Nokia  verlor im Frankfurter Xetra-Handel am Nachmittag 2,65 Prozent auf 14,70 Euro.

Kunden kaufen vermehrt günstigere Nokia-Handys

Trotz neuer, teuerer Handy-Modelle mit verbesserten Kameras und Zusatzfunktionen wie E-Mail griffen die Kunden zunehmend zu preiswerteren Nokia-Mobiltelefonen. Daher sank der durchschnittliche Handy-Verkaufspreis auf 99 Euro, und damit einen Euro unter die von Analysten geschätzten 100 Euro. Für das laufende Quartal erwartet Nokia, dass diese in der Branche wichtige Größe bestenfalls stabil bleibt. Branchenweit werde der durchschnittliche Verkaufspreis 2006 wohl leicht zurückgehen.

Konzernchef bekräftig mittelfristige Gewinnprognose

"Der durchschnittliche Verkaufspreis ist stärker gesunken als erwartet und das trifft natürlich die Margen", erläuterte Petri Arjama, Analyst bei Handelsbanken. "Wir haben die höchsten Margen von allen, und das wird auch so bleiben", sagte Nokia-Chef Jorma Ollila dem Sender CNBC. "Wir sind sehr zufrieden so wie es läuft und das vierte Quartal verlaufen ist, und das gibt uns eine sehr gute Position für das laufende Jahr."

Ollila bekräftigte zudem die mittelfristige Gewinnprognose, wonach das Unternehmen in zwei bis drei Jahren eine operative Umsatzrendite von 17 Prozent erwartet. An der Börse rutschten die Nokia-Aktien dennoch zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent ins Minus. Im weiteren Verlauf konnten sie aber einen Teil ihrer Verluste wieder wettmachen, als Nokia ankündigte, für sein Aktienrückkaufprogramm 6,5 Milliarden Euro statt wie bisher mitgeteilt fünf Milliarden Euro auszugeben.

Weltweiter Handyabsatz soll um 10 Prozent steigen

Nokia konnte mit populäreren Mobiltelefonen, wie Klapphandy gegenüber einigen Konkurrenten verloren gegangenen Boden gut machen. Aber ein großer Teil des wieder gewonnen Marktanteils beruhte auf dem Verkauf von günstigeren Handys in Schwellenländern, wo Nokia traditionell führend ist.

Der Branchenprimus bekräftigte die Prognose für den weltweiten Handy-Absatz. Demnach rechnet Nokia mit einem Plus von mehr als 10 Prozent von erwarteten 795 Millionen 2005. Die Konkurrenten Motorola  und Sony Ericsson hatten ihren Absatz mit Mobiltelefonen im Weihnachtsquartal um 40 und 28 Prozent gesteigert.

Der Ausblick sei sehr gut, sagte WestLB-Analyst Thomas Langer. Er bemängelte aber, dass Nokia nur einen Prozentpunkt Marktanteil gewonnen habe. Nokia-Chef Ollila zeigte sich einer Telefonkonferenz zuversichtlich, dass das Unternehmen im laufenden Jahr weiter Boden gut machen werde. Zudem rechnet er damit, dass sich der weltweite Absatz von UMTS-Handys 2006 mindestens verdoppeln wird von 44 Millionen im vergangenen Jahr verkauften Telefonen mit dem neuen Mobilfunkstandard.

reuters

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