Continental 2006 soll Rekordjahr werden

Auch wenn der Automarkt weiter unter Druck bleibt, peilt der Reifenkonzern Continental in diesem Jahr erneut ein Rekordergebnis an. Kostensenkungen sollen helfen, das gute Ergebnis des vergangenen Jahres zu übertreffen. Gleichzeitig will das Unternehmen viel Geld für Zukäufe in die Hand nehmen.

Frankfurt am Main - "Wir gehen nicht davon aus, dass es 2006 großen Rückenwind durch die Autokonjunktur geben wird", sagte Continental-Vorstandschef  Manfred Wennemer am Mittwochabend in Frankfurt. Dennoch wolle der Autozulieferer mit Umsatz, Nettoergebnis und Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2006 das Vorjahr übertreffen. "Wir müssen uns aus der eigenen Produktion nach oben bringen. Wir setzen auf Innovation und Kostensenkung", erläuterte Wennemer.

2005 habe Conti sein Ziel erreicht, mehr Gewinn und Umsatz als ein Jahr zuvor zu erwirtschaften, bekräftigte Wennemer. Das vierte Quartal habe sich ähnlich entwickelt wie die neun Monate zuvor und berge keine positiven oder negativen Überraschungen. 2004 hatte Conti ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,1 Milliarden Euro erzielt und den Wert 2005 bereits nach neun Monaten übertroffen. Conti-Finanzvorstand Alan Hippe kündigte eine "maßgebliche Erhöhung" der Dividende an, sie werde aber im Rahmen bleiben. Für 2004 war den Aktionären nach einer Gewinnverdoppelung eine Dividende von 80 Cent gezahlt worden. "Ein Aktienrückkauf ist kein Thema", fügte Hippe hinzu.

Wennemer sagte, Continental habe für Zukäufe zwei bis vier Milliarden Euro zur Verfügung. Die Sparte Automotive Systems, in der die ertragreichen Elektronischen Stabilitätsprogramme (ESP) gefertigt werden, solle in Asien und Amerika wachsen. Conti sei an Unternehmen interessiert, die die Kommunikation zwischen Fahrzeugen oder zwischen Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur regelten. Continental wolle mit Übernahmen die eigene Kompetenz in dem Bereich stärken, sagte Wennemer.

Bei Reifen will der Konzern in Indien und China wachsen. In China plant der Konzern den Bau eines Reifenwerkes und will 200 Millionen bis 250 Millionen Dollar investieren. Das Werk soll in etwa die Kapazität des neuen Werkes in Brasilien haben und pro Jahr vier bis sechs Millionen Pkw-Reifen und 500.000 bis 700.000 Lkw-Reifen fertigen. Wo die Reifenfabrik gebaut werden soll, sagte Wennemer nicht.

Das seit Jahren defizitäre Pkw-Reifengeschäft in Nordamerika wird Hippe zufolge in diesem Jahr noch rote Zahlen schreiben. Die Gewinnschwelle solle aber "zeitnah" erreicht werden. 2006 berge große Herausforderungen vor allem in der Erstausrüstung der Automobilhersteller. Die maßgeblichen Kunden von Conti in den USA, General Motors  und Ford , hatten zuletzt die Produktion deutlich verringert.

Optimistisch stimmt Hippe aber das Winterreifengeschäft in Kanada, wo 400.000 Reifen verkauft worden seien, mehr als doppelt so viele wie im Winter zuvor. "Das hat im vierten Quartal geholfen", sagte er. Weltweit seien im vergangenen Jahr 17,1 Millionen Winterreifen verkauft worden, ein Plus von elf Prozent. In den USA will Conti auch deutlich mehr ESP verkaufen. Wennemer rechnet für 2006 mit einem Absatz von drei Millionen ESP-Einheiten, doppelt so vielen wie 2005.

rtr

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