Autobauer BMW steigert Umsatz stärker als erwartet

BMW hat seinen Umsatz im Jahr 2005 deutlich gesteigert und beim Gewinn dank eines Rekordabsatzes und höherer Produktivität wohl besser abgeschnitten als erwartet. Für 2006 rechnet der Konzern erneut mit Verkäufen auf Rekordniveau.

München - BMW  habe seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent auf 46,66 Milliarden Euro nach oben geschraubt, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Das Ergebnis werde ungefähr auf dem Niveau von 2004 liegen.

"Die bereits am Jahresanfang angekündigten Belastungen durch Währungseffekte, hohe Rohstoffpreise und einen intensiven Wettbewerb konnten durch den gestiegenen Absatz und interne Effizienzverbesserungen zu großen Teilen ausgeglichen werden", erklärte Konzernchef Helmut Panke. "Vor diesem Hintergrund werden wir für das Geschäftsjahr 2005 das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres in etwa erreichen." Eine konkrete Zahl zum Gewinn nannte BMW nicht.

2004 hatte das Unternehmen einen Überschuss von 2,22 Milliarden und einen Gewinn vor Steuern von 3,55 Milliarden Euro erwirtschaftet. Panke hatte im Herbst nach einem Rückgang im dritten Quartal angedeutet, der Vorsteuergewinn 2005 könne bis zu 10 Prozent unter Vorjahr liegen; das Ziel eines stabilen Ergebnisses hatte der BMW-Chef allerdings nicht aufgegeben. BMW nähere sich der Prognose von unten, hatte Panke erklärt.

Analysten: Viertes Quartal lief besser als erwartet

Der Auto- und Motorradhersteller verkaufte im vergangenen Jahr weltweit rund 1,33 Millionen BMW, Mini und Rolls-Royce - knapp 10 Prozent mehr als im Jahr 2004. Das meistverkaufte Modell sei die seit März angebotene neue Limousine des BMW 3er, die rund 17 Prozent des Gesamtabsatzes ausmache. Die Verkaufszahlen der drei Konzernmarken sollten auch im laufenden Jahr steigen, kündigte BMW an. Die Prognose gab der BMW-Aktie Auftrieb, der Titel kletterte bis 13.40 Uhr um rund 3 Prozent auf knapp 37 Euro.

Analysten zeigten sich angetan von den BMW-Kenngrößen. "Der Umsatz deutet darauf hin, dass das vierte Quartal besser war als wir erwartet hatten und das sich die Produktmischung verbessert", sagte Analyst Mike Dean von Credit Suisse.

Sein Kollege Rolf Woller von der HVB äußerte sich ähnlich. "Das legt nahe, dass der Absatz im vierten Quartal um 12 Prozent gestiegen ist", sagte er. Das Schlussquartal sei auch durch Währungseffekte begünstigt worden, da der Dollar gegenüber dem Euro erstarkt sei. Dass BMW 2006 noch mehr Autos an die Käufer bringen wolle, überrasche ihn nicht. Gerade bei den ohnehin absatzstarken 3er- und 1er-Serien kämen noch ausstehende Varianten im laufenden oder kommenden Jahr auf den Markt.

LRP und Merck Finck bleiben skeptisch

Skeptische Kommentare waren dagegen von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) zu vernehmen. Analyst Michael Punzet bestätigte die BMW-Aktien am Mittwoch mit "Underperform". Auch das Kursziel beließ die LRP am Mittwoch bei 37,50 Euro. Die Umsätze seien besser als erwartet, bei der Prognose gebe es aber noch Fragezeichen, sagte der Analyst.

So sei etwa nicht klar, ob die Rolls-Royce-Anleihe mit eingerechnet sei, die eine Belastung in Höhe von 360 Millionen Euro darstelle. Mit Sorge betrachte er auch die Aktivierungsquote bei den Entwicklungskosten, die der Analyst für 2005 auf mittlerweile 48 Prozent einschätzt. Im Jahr davor habe sie bei 40 Prozent gelegen. Dieser positive Ergebniseffekt sei nicht operativ einzuberechnen.

Analyst Robert Heberger vom Bankhaus Merck Finck erneuerte am Mittwoch seine "Halten"-Empfehlung für die Aktie von BMW. Beim Umsatz habe der Autobauer, getrieben insbesondere vom vierten Quartal, stärker zugelegt als erwartet, sagte Heberger. Für die Prognose spiele aber die Kostenseite mit Währungseffekten und Rohstoffpreisen eine wichtigere Rolle. Hier halte sich BMW sehr vage, so dass Heberger eher von flachen Gewinnen ausgeht.

reuters/dpa-afx

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.