Altana Zehnter Rekordumsatz in Folge

2005 hat der Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana erstmals mehr als drei Milliarden Euro umgesetzt. Auch im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen weiteres Wachstum. Weil Altana aber nach einem Partner für sein Pharmageschäft sucht und die Chemiesparte an die Börse bringen will, dürften die Zahlen künftig anders aussehen.

Bad Homburg - Mit einem Umsatz von 3,3 Milliarden Euro hat der Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana  zum zehnten Mal in Folge einen Rekord eingefahren - in dieser Form jedoch wohl auch zum letzten Mal. Zwar erwartet der Konzern auch für 2006 "eine Fortsetzung der dynamischen Geschäftsentwicklung". Doch im Laufe des Jahres stehen tief greifende Entscheidungen über die Struktur des Unternehmens an.

Schon seit längerem sucht Altana nach einem Partner für seine Pharmasparte. Über den Stand der Pläne wollte sich Unternehmenssprecher Stefan Schmidt gegenüber manager-magazin.de nicht äußern. "Wir prüfen derzeit alle Optionen und wollen im Laufe des Jahres zu einer Entscheidung kommen", so Schmidt.

Gleichzeitig will der Konzern seine Chemiesparte noch 2006 an die Börse bringen. "An diesen Plänen halten wir fest", betonte Schmidt. Für die Struktur des Altana-Konzerns haben diese Veränderungen freilich große Auswirkungen. "Die Holding ist dann obsolet", so Schmidt.

Von deren positiven Ergebnissen im vergangenen Jahr sollen nun aber erst einmal die Aktionäre profitieren. Konzernchef Nikolaus Schweickart stellte am Mittwoch eine zweistellige Dividendenerhöhung in Aussicht. "Die Dividendensumme wird erstmalig über dem Grundkapital von 140 Millionen Euro liegen", sagte Schweickart. Die Quandt-Erbin Susanne Klatten hält mit 50,10 Prozent die Mehrheit an dem Unternehmen. Für 2004 hatte der Konzern eine Dividende von 0,95 Euro pro Anteilsschein ausgeschüttet.

Dank der anhaltend hohen Nachfrage nach dem Magen-Darmmedikament Pantoprazol taxiert Altana das vorläufige Jahresergebnis vor Steuern (EBT) auf 680 Millionen Euro. Endgültige Zahlen wird Altana am 16. März präsentieren.

"Die außerordentliche Dynamik der Entwicklung mit einem signifikant zweistelligen Ergebniszuwachs von Altana Pharma auf der einen und einem nachhaltigen hohen operativen Ertragsniveau von Altana Chemie auf der anderen Seite gibt uns eine hervorragende Ausgangsbasis für die strategische Weiterentwicklung der Gruppe", sagte Schweickart.

In der Pharmasparte erzielten die Bad Homburger ein um Wechselkurseffekte bereinigtes Umsatzplus von 10 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Das wichtigste und umsatzstärkste Medikament Pantoprazol hat 2005 beim weltweiten Marktumsatz zweistellig zugelegt und eine Steigerung um 12 Prozent verbucht.

In der nach Umsatz kleineren Chemiesparte verbuchte Altana ein Umsatzplus von 6 Prozent auf 907 Millionen Euro. Die Entwicklung war durch Zu- und Verkäufe geprägt. Im August hatte das Unternehmen mit dem Zukauf der Eckart-Gruppe die bisher größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte getätigt. Die Eckart-Gruppe, die seit Oktober 2005 voll konsolidiert wird, hat 75 Millionen Euro zum Umsatz beigetragen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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