Ifo-Index Wirtschaftsklima auf Fünfjahreshoch

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Januar deutlich verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist auf den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren gestiegen. Der Aufschwung habe an "Breite und Stärke gewonnen", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

München - Der am Mittwoch veröffentlichte Geschäftsklimaindex des Münchener Ifo-Instituts stieg von revidiert 99,7 auf 102,0 Punkte. Das ist der höchste Stand seit Mai 2000. Volkswirte hatten nur eine leichte Verbesserung auf 99,7 Zähler erwartet.

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn erklärte, Zweifel an der Festigkeit des Aufschwungs, der seit dem Sommer vergangenen Jahres im Gange sei, hätten sich nach den aktuellen Ergebnissen der Umfrage weiter verringert. "Der Aufschwung hat an Breite und Stärke gewonnen", sagte Sinn.

Exporterwartungen verbessert

Im verarbeitenden Gewerbe hätten günstigere Lageeinschätzungen und Bewertungen der Geschäftsaussichten zu einem kräftigen Anstieg des Geschäftsklimaindikators geführt. "Auch die Exporterwartungen haben sich verbessert", fügte Sinn hinzu. Weiter aufwärts gerichtet seien Lagebeurteilungen und Erwartungen der befragten Industrieunternehmen vor allem im Investitionsgüter- und Vorleistungsbereich. Im Bauhauptgewerbe und im Einzelhandel seien vor allem die Geschäftserwartungen gestiegen.

Nur im Großhandel habe sich das Geschäftsklima geringfügig abgekühlt. Zwar seien die Großhändler zuversichtlicher für die Entwicklung in den kommenden Monaten, doch bewerteten sie ihre momentane Lage zurückhaltender als im Vormonat. In Ostdeutschland sei der Anstieg des Geschäftsklimas ähnlich ausgeprägt ausgefallen wie im Gesamtdurchschnitt.

Der Index zur Beurteilung der aktuellen Lage erhöhte sich den Angaben zufolge auf 100,4, im Vormonat hatte er bei 99,6 gelegen. Die Erwartungskomponente wurde auf 103,6 (Dezember: 99,6) beziffert. Diese Teilkomponente markierte damit das höchste Niveau seit November 1994.

Der unter mehr als 7000 Unternehmen erhobene Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als eines der wichtigsten Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.