Johnson & Johnson Weniger Umsatz, viel mehr Gewinn

Entgegen den Prognosen ist der Umsatz des US-Konzerns Johnson & Johnson im vierten Quartal gesunken. Die Konkurrenz der Generikahersteller macht dem Pharmariesen zu schaffen. Der Gewinn kletterte allerdings trotzdem um fast 80 Prozent.

New York - Der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson (J&J)  hat im vierten Quartal wegen einer schwachen Nachfrage nach verschreibungspflichtigen Medikamenten einen unerwarteten Umsatzrückgang verzeichnet. J&J-Aktien verloren daraufhin an der Wall Street 2,2 Prozent auf 59,80 Dollar. Der Umsatz im Schlussquartal sei um 1,1 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar gefallen, teilte der Konzern am Dienstag mit.

Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg um 3,5 Prozent auf 13,20 Milliarden Dollar gerechnet. Der weltweite Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten ging um 6,1 Prozent auf 5,48 Milliarden Dollar zurück. Demgegenüber stiegen die Erlöse mit medizinischen Geräten um 3,7 Prozent auf 4,82 Milliarden Dollar und mit Gesundheitsartikeln wie Pflaster um zwei Prozent auf 2,31 Milliarden Dollar.

In den vergangenen zwei Jahren hatte J&J mit seinen verschreibungspflichtigen Medikamenten noch deutliches Umsatzwachstum verzeichnet. In den vergangenen Quartalen waren diese Erlöse aber wegen der Konkurrenz durch Generika stark gefallen. Allein der Umsatz mit dem Schmerzpflaster Duragesic ging wegen der Konkurrenz durch Nachahmermedikamente im Schlussquartal um 33 Prozent auf 359 Millionen Dollar zurück. Die Entwicklung unterstreicht, dass J&J neues Umsatzwachstum braucht. Das Unternehmen versucht daher unter anderem, den Medizintechnik-Konzern Guidant zu übernehmen.

Trotz des Umsatzrückganges konnte J&J den Nettogewinn im vierten Quartal von 1,22 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 2,18 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich von 41 auf 73 Cent. Damit traf J&J die Analystenerwartungen. Für das Gesamtjahr rechnet J&J mit einem Gewinn je Aktie von 3,78 bis 3,85 Dollar. Im laufenden ersten Quartal werde der Gewinn je Aktie bei 1,00 bis 1,02 Dollar liegen, der Umsatz solle um drei bis vier Prozent steigen.

Nach Einschätzung von Analysten könnte J&J in dem Übernahmepoker um Guidant mit dem Rivalen Boston Scientific sein Angebot noch einmal aufstocken. Zuletzt hatte Boston Scientific 27 Milliarden Dollar geboten und damit rund drei Milliarden Dollar mehr als die letzte J&J-Offerte. J&J und Guidant verhandeln seit gut einem Jahr über einen Zusammenschluss.

Ursprünglich hatten sie im Dezember 2004 eine Transaktion für 25,4 Milliarden Dollar vereinbart. Wegen Produktschwierigkeiten bei Guidant und der daraus nach Einschätzung von J&J resultierenden Wertminderung hatte der Konzern sein ursprüngliches Gebot dann auf einen Nettowert von rund 19 Milliarden Dollar reduziert. Dies hatte offenbar Boston Scientific zu einer ersten eigenen und höheren Offerte bewogen.

rtr

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