Krankenversicherung Arbeitgeber befürchten höhere Beiträge

Berlin - "Statt Beitragszahler und Wirtschaft zu entlasten und Spielräume für neue Investitionen und Arbeitsplätze zu schaffen, wird die Eigenverantwortung der Bürger reduziert", sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt im Gespräch mit der Zeitung "Die Welt". Das alles sei kein Aufbruch in eine neue Politik, "sondern erinnert an ein Abbruchunternehmen.

Hundt kritisierte, daß "in der Gesundheitspolitik die Liste vermeintlicher zusätzlicher Wohltaten besonders lang ist". Vieles von dem, was an Flexibilisierungselementen in den vergangenen Jahren eingeführt worden sei, solle gestrichen werden. Er rechnete vor: Die Aussetzung des Krankenhausnotopfers koste jedes Jahr 880 Millionen Mark. Die Rücknahme der Selbstbehalte bei Arzneimitteln für chronisch Kranke und Ältere verursache 800 Millionen Mark an Zusatzkosten.

Mit zwei Milliarden Mark schlägt nach Hundts Darstellung die geplante Umschichtung der medizinischen Behandlungspflege zu Lasten der Krankenversicherung zu Buche. Eine Milliarde Mark werde für die Neuauflage einer modifizierten Versichertenkarte anfallen, weil nach rot-grüner Ankündigung für die 72 Millionen Krankenversicherten eine Chipkarte mit Foto vorgesehen ist. Änderungen der Regelungen beim Zahnersatz, wonach künftig auch nach 1978 geborene Jugendliche wieder den Zahnersatz von den Kassen bezahlt bekommen, sind in den BDA- Berechnungen noch nicht berücksichtigt.

Hundt: "So werden keine finanziellen Löcher gestopft, sondern wieder flexible Teile des Arbeitsmarktes vernichtet. Die Krankenversicherung muß auf eine Basissicherung zurückgeführt werden."

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