Deutschland 2006 Was alles anders wird

Pünktlich um Mitternacht an Silvester treten neue Verordnungen in Kraft, und fast jeder ist betroffen: Ob Häuslebauer, Autofahrer oder Sparer für die Pensionärszeit. manager-magazin.de nennt die wichtigsten Änderungen.
Hausbau: Ende einer Riesensubvention: Die Eigenheimzulage fällt ab dem 1. Januar weg. Bisher laufende Förderungen sind davon nicht betroffen. Auch wer noch vor Jahresende mit dem Bau begonnen oder einen notariellen Kaufvertrag abgeschlossen hat, kann den Bonus noch über den gesamten Förderzeitraum von acht Jahren in Anspruch nehmen. Bislang unterstützte der Staat eine Familie mit zwei Kindern beim Erwerb der eigenen vier Wände mit knapp 23.000 Euro. Ohne das Steuergeschenk an Hausherren spart der Bund bis 2010 knapp elf Milliarden Euro.

Hausbau: Ende einer Riesensubvention: Die Eigenheimzulage fällt ab dem 1. Januar weg. Bisher laufende Förderungen sind davon nicht betroffen. Auch wer noch vor Jahresende mit dem Bau begonnen oder einen notariellen Kaufvertrag abgeschlossen hat, kann den Bonus noch über den gesamten Förderzeitraum von acht Jahren in Anspruch nehmen. Bislang unterstützte der Staat eine Familie mit zwei Kindern beim Erwerb der eigenen vier Wände mit knapp 23.000 Euro. Ohne das Steuergeschenk an Hausherren spart der Bund bis 2010 knapp elf Milliarden Euro.

Foto: DPA
Auto fahren: Wer künftig mit Sommerreifen auf Schnee unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von mindestens 20 Euro, bei Verkehrsbehinderung sogar bis zu 40 Euro. Das sieht die Novelle der Straßenverkehrsordnung vor - allerdings erst ab Mai 2006. Zudem gilt die Regel ausschließlich für Tage, an denen die Fahrbahn komplett von einer Schneedecke bedeckt ist, nicht aber ab einer bestimmten Außentemperatur oder einem besonderen Datum. Negative Folgen für ihre Kfz-Police und den Versicherungsschutz haben unbeirrte Sommerreifenbenutzer ebenfalls nicht zu befürchten. Autokauf: Die steuerliche Förderung schadstoffarmer Fahrzeuge endet mit Beginn des neuen Jahres. Dies gilt auch für so genannte Drei-Liter-Autos und auch dann, wenn der Wert der steuerlichen Förderung bis dahin noch nicht ausgeschöpft wurde. TÜV: Die Auto-Checker kontrollieren ab 2006 genauer. Die Fahrzeugexperten nehmen künftig auch die Autoelektronik wie beispielsweise das ESP oder den Airbag mit unter die Lupe. Teurer wird die so genannte Kraftfahrzeug-Hauptuntersuchung dadurch allerdings nicht. Abgase: Wer im kommenden Jahr ein maximal 2,5 Tonnen schweres Fahrzeug kaufen möchte, sollte den Schadstoffausstoß des Autos in sein Kalkül einbeziehen. Denn ab 2006 darf der Käufer sein neues Fahrzeug grundsätzlich nur dann fahren, wenn das Auto nicht mehr Dreck in die Luft pustet, als in der Abgasnorm "Euro 4" vorgesehen. Für "Euro 3"-Fahrzeuge kann es auf Antrag des Fahrzeugherstellers noch ein Jahr lang Ausnahmen geben. Für alle anderen Autos gilt die strenge Abgasnorm erst ab 2007.

Auto fahren: Wer künftig mit Sommerreifen auf Schnee unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von mindestens 20 Euro, bei Verkehrsbehinderung sogar bis zu 40 Euro. Das sieht die Novelle der Straßenverkehrsordnung vor - allerdings erst ab Mai 2006. Zudem gilt die Regel ausschließlich für Tage, an denen die Fahrbahn komplett von einer Schneedecke bedeckt ist, nicht aber ab einer bestimmten Außentemperatur oder einem besonderen Datum. Negative Folgen für ihre Kfz-Police und den Versicherungsschutz haben unbeirrte Sommerreifenbenutzer ebenfalls nicht zu befürchten.

Autokauf: Die steuerliche Förderung schadstoffarmer Fahrzeuge endet mit Beginn des neuen Jahres. Dies gilt auch für so genannte Drei-Liter-Autos und auch dann, wenn der Wert der steuerlichen Förderung bis dahin noch nicht ausgeschöpft wurde.

TÜV: Die Auto-Checker kontrollieren ab 2006 genauer. Die Fahrzeugexperten nehmen künftig auch die Autoelektronik wie beispielsweise das ESP oder den Airbag mit unter die Lupe. Teurer wird die so genannte Kraftfahrzeug-Hauptuntersuchung dadurch allerdings nicht.

Abgase: Wer im kommenden Jahr ein maximal 2,5 Tonnen schweres Fahrzeug kaufen möchte, sollte den Schadstoffausstoß des Autos in sein Kalkül einbeziehen. Denn ab 2006 darf der Käufer sein neues Fahrzeug grundsätzlich nur dann fahren, wenn das Auto nicht mehr Dreck in die Luft pustet, als in der Abgasnorm "Euro 4" vorgesehen. Für "Euro 3"-Fahrzeuge kann es auf Antrag des Fahrzeugherstellers noch ein Jahr lang Ausnahmen geben. Für alle anderen Autos gilt die strenge Abgasnorm erst ab 2007.

Altersvorsorge: Männer müssen für Pensionssparpläne à la Riester ab Januar bis zu 10 Prozent mehr zahlen. Ab dann gelten für Männer und Frauen einheitliche Tarife - obwohl Frauen eine statistisch deutlich höhere Lebenserwartung haben und deshalb im Schnitt länger Geld von der Rentenkasse erhalten. Bisher bekamen Männer zum Ausgleich bei gleichem Einzahlbetrag eine höhere Rente pro Monat. Neu sind auch die Finanzdaten dieser Alterssparpläne. Wer einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen hat, kann im kommenden Jahr bis zu 1575 Euro steuerfrei einzahlen. Dazu zählen auch die Zulagen, die auf 114 Euro für Begünstigte und 138 Euro pro Kind steigen. Fazit der Verbraucherberater von "Finanztest": "Schlaue Leute machen mit." Viele haben schon: Allein in den ersten neun Monaten 2005 haben Finanzdienstleister wie Versicherungen doppelt so viele Policen verkauft wie im gleichen Vorjahreszeitraum. Alterseinkünfte: Wer 2006 erstmals eine gesetzliche Rente bezieht, muss 52 Prozent davon mit seinem individuellen Einkommensteuersatz versteuern. Alterseinkünfte bis zu 18.900 Euro pro Jahr bleiben von der Regel allerdings verschont. Vorausgesetzt, die Pensionäre verdienen nicht auch noch an Mieteinahmen aus Immobilien oder Zusatzrenten. Bis zum Jahreswechsel war nur die Hälfte der Renteneinkünfte steuerpflichtig. Die Grenze steigt nun allerdings von Jahr zu Jahr, so dass vor allem die jüngere Generation von der Regel betroffen sein wird. Sobald die heute 30-Jährigen in Rente gehen, werden sie ihre gesamte Staatsrente versteuern müssen, heutige Rentner kommen dagegen glimpflich davon.

Altersvorsorge: Männer müssen für Pensionssparpläne à la Riester ab Januar bis zu 10 Prozent mehr zahlen. Ab dann gelten für Männer und Frauen einheitliche Tarife - obwohl Frauen eine statistisch deutlich höhere Lebenserwartung haben und deshalb im Schnitt länger Geld von der Rentenkasse erhalten. Bisher bekamen Männer zum Ausgleich bei gleichem Einzahlbetrag eine höhere Rente pro Monat.

Neu sind auch die Finanzdaten dieser Alterssparpläne. Wer einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen hat, kann im kommenden Jahr bis zu 1575 Euro steuerfrei einzahlen. Dazu zählen auch die Zulagen, die auf 114 Euro für Begünstigte und 138 Euro pro Kind steigen. Fazit der Verbraucherberater von "Finanztest": "Schlaue Leute machen mit."
Viele haben schon: Allein in den ersten neun Monaten 2005 haben Finanzdienstleister wie Versicherungen doppelt so viele Policen verkauft wie im gleichen Vorjahreszeitraum.

Alterseinkünfte: Wer 2006 erstmals eine gesetzliche Rente bezieht, muss 52 Prozent davon mit seinem individuellen Einkommensteuersatz versteuern. Alterseinkünfte bis zu 18.900 Euro pro Jahr bleiben von der Regel allerdings verschont. Vorausgesetzt, die Pensionäre verdienen nicht auch noch an Mieteinahmen aus Immobilien oder Zusatzrenten.
Bis zum Jahreswechsel war nur die Hälfte der Renteneinkünfte steuerpflichtig. Die Grenze steigt nun allerdings von Jahr zu Jahr, so dass vor allem die jüngere Generation von der Regel betroffen sein wird. Sobald die heute 30-Jährigen in Rente gehen, werden sie ihre gesamte Staatsrente versteuern müssen, heutige Rentner kommen dagegen glimpflich davon.

Foto: dtd/comdirect bank
Geldanlage I: Die schwarz-rote Bundesregierung denkt offenbar darüber nach, mögliche Gewinne aus dem Wertpapierverkauf generell mit Steuern zu belegen. Im Gespräch ist ein Steuersatz von 20 Prozent. Bisher strichen Anleger ihr verdientes Geld komplett ein, sofern sie die Wertpapiere wenigstens zwölf Monate in ihrem Depot behalten hatten. Mutige Investoren kaufen deshalb bereits noch Ende dieses Jahres Wertpapiere, die sie dann am Ende des kommenden Jahres steuerfrei verkaufen können - so weit die Überlegung. Sparer sollten allerdings den Kauf eines Wertpapiers nie allein von der möglichen Steuerbelastung daraus abhängig machen. Es kommt stets auf die Rendite der Titel an. Sinkt beispielsweise der Kurs der noch kurz vor Schluss gekauften Aktien bis zum Ende des nächsten Jahres, bleiben die Investoren auf ihrem Verlust sitzen. Unabhängig vom Steuersatz. Geldanlage II: Der Sparerfreibetrag soll zwar erst ab dem 1. Januar 2007 von derzeit 1370 Euro auf dann 750 Euro zusammengestrichen werden. Doch Zins- und Dividendenerträge müssen schon im Vorfeld auf dieses und nächstes Jahr verteilt werden, um möglichst wenig Bares dem Fiskus zu schenken. Denn wer bis zu dem Stichtag wartet, muss für die gleichen Erträge mehr Steuern zahlen.

Geldanlage I: Die schwarz-rote Bundesregierung denkt offenbar darüber nach, mögliche Gewinne aus dem Wertpapierverkauf generell mit Steuern zu belegen. Im Gespräch ist ein Steuersatz von 20 Prozent. Bisher strichen Anleger ihr verdientes Geld komplett ein, sofern sie die Wertpapiere wenigstens zwölf Monate in ihrem Depot behalten hatten.
Mutige Investoren kaufen deshalb bereits noch Ende dieses Jahres Wertpapiere, die sie dann am Ende des kommenden Jahres steuerfrei verkaufen können - so weit die Überlegung. Sparer sollten allerdings den Kauf eines Wertpapiers nie allein von der möglichen Steuerbelastung daraus abhängig machen. Es kommt stets auf die Rendite der Titel an. Sinkt beispielsweise der Kurs der noch kurz vor Schluss gekauften Aktien bis zum Ende des nächsten Jahres, bleiben die Investoren auf ihrem Verlust sitzen. Unabhängig vom Steuersatz.

Geldanlage II: Der Sparerfreibetrag soll zwar erst ab dem 1. Januar 2007 von derzeit 1370 Euro auf dann 750 Euro zusammengestrichen werden. Doch Zins- und Dividendenerträge müssen schon im Vorfeld auf dieses und nächstes Jahr verteilt werden, um möglichst wenig Bares dem Fiskus zu schenken. Denn wer bis zu dem Stichtag wartet, muss für die gleichen Erträge mehr Steuern zahlen.

Foto: DPA
Versicherungen: Durchschnittsverdiener haben bald keine Wahl mehr zwischen gesetzlicher und privater Kranken- und Pflegeversicherung. Ab 2006 muss sich jeder gesetzlich versichern, der pro Jahr 47.250 Euro verdient. Bisher lag die Grenze bei 46.800 Euro. Viele gesetzlich Krankenversicherte zahlen zudem bald mehr Beiträge. Denn ab dem kommenden Jahr werden auf Jahreseinkommen bis zu 42.750 Euro (Monatseinkommen: 3562,50 Euro) Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung fällig. Hausrat & Co.: Auch andere Versicherungen werden teurer. Der Steuersatz für die monatlichen Zahlungen an die Finanzinstitute steigt im kommenden Jahr von 16 auf 19 Prozent. Wer allerdings noch im Laufe des kommenden Kalenderjahres zuschlägt, spart die neuen Zusatzkosten. Als besonders betroffen gelten unter Experten die Auto-, Privathaftpflicht-, Rechtsschutz- und Unfallversicherung. Trotz der günstigeren Regel für Schnellentschlossene sollten sich Versicherungskunden genau überlegen, ob sie wirklich eine neue Police benötigen.

Versicherungen: Durchschnittsverdiener haben bald keine Wahl mehr zwischen gesetzlicher und privater Kranken- und Pflegeversicherung. Ab 2006 muss sich jeder gesetzlich versichern, der pro Jahr 47.250 Euro verdient. Bisher lag die Grenze bei 46.800 Euro. Viele gesetzlich Krankenversicherte zahlen zudem bald mehr Beiträge. Denn ab dem kommenden Jahr werden auf Jahreseinkommen bis zu 42.750 Euro (Monatseinkommen: 3562,50 Euro) Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung fällig.

Hausrat & Co.: Auch andere Versicherungen werden teurer. Der Steuersatz für die monatlichen Zahlungen an die Finanzinstitute steigt im kommenden Jahr von 16 auf 19 Prozent. Wer allerdings noch im Laufe des kommenden Kalenderjahres zuschlägt, spart die neuen Zusatzkosten. Als besonders betroffen gelten unter Experten die Auto-, Privathaftpflicht-, Rechtsschutz- und Unfallversicherung.
Trotz der günstigeren Regel für Schnellentschlossene sollten sich Versicherungskunden genau überlegen, ob sie wirklich eine neue Police benötigen.

Foto: DDP
Post: Briefe versenden wird im nächsten Jahr in einigen Fällen billiger. Die Deutsche Post verlangt zum 1. Januar beispielsweise für den Versand eines kleinen Kompaktbriefes Deutschland 90 Cent, und damit fünf Cent weniger als derzeit. Auch der Preis für den Infobrief im Standardformat sinkt von 0,40 Euro auf 0,35 Euro. Bei deutschen Standardbriefen und Postkarten bleibt dagegen alles beim Alten: Sie kosten weiter 55 beziehungsweise 45 Cent. Der Großbrief Deutschland verteuert sich dagegen leicht von 1,44 auf 1,45 Euro. Deutlich teurer werden allerdings Briefe ins europäische Ausland. Der Standardbrief Europa kostet künftig 70 Cent, der Kompaktbrief einen Euro und die Postkarte 65 Cent.

Post: Briefe versenden wird im nächsten Jahr in einigen Fällen billiger. Die Deutsche Post verlangt zum 1. Januar beispielsweise für den Versand eines kleinen Kompaktbriefes Deutschland 90 Cent, und damit fünf Cent weniger als derzeit. Auch der Preis für den Infobrief im Standardformat sinkt von 0,40 Euro auf 0,35 Euro.

Bei deutschen Standardbriefen und Postkarten bleibt dagegen alles beim Alten: Sie kosten weiter 55 beziehungsweise 45 Cent. Der Großbrief Deutschland verteuert sich dagegen leicht von 1,44 auf 1,45 Euro. Deutlich teurer werden allerdings Briefe ins europäische Ausland. Der Standardbrief Europa kostet künftig 70 Cent, der Kompaktbrief einen Euro und die Postkarte 65 Cent.

Foto: DPA
Kündigung: Wer entlassen wird und zum Ausgleich für den Jobverlust eine Abfindungszahlung erhält, muss die letzte Überweisung seines Arbeitgebers ab dem nächsten Jahr voll versteuern. Bislang galten Freibeträge in Höhe von 7200 bis 11.000 Euro, der Fiskus belegte erst die restliche Summe mit dem individuellen Einkommensteuersatz des Arbeitnehmers. Alles beim Alten bleibt nur für diejenigen, die ihren Abfindungsvertrag vor dem 1. Januar 2006 unterschrieben haben. Bei Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht muss das Urteil bis zu diesem Tag gesprochen sein.

Kündigung: Wer entlassen wird und zum Ausgleich für den Jobverlust eine Abfindungszahlung erhält, muss die letzte Überweisung seines Arbeitgebers ab dem nächsten Jahr voll versteuern. Bislang galten Freibeträge in Höhe von 7200 bis 11.000 Euro, der Fiskus belegte erst die restliche Summe mit dem individuellen Einkommensteuersatz des Arbeitnehmers.

Alles beim Alten bleibt nur für diejenigen, die ihren Abfindungsvertrag vor dem 1. Januar 2006 unterschrieben haben. Bei Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht muss das Urteil bis zu diesem Tag gesprochen sein.

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