Mittwoch, 29. Januar 2020

Thilenius-Kolumne Schwankend, aber gewinnträchtig

Die überraschenden Führungswechsel bei den bedeutenden deutschen Pharmaunternehmen Merck und Ratiopharm lassen die Anleger aufhorchen. Derartig schnelle Umbrüche sind selten ein gutes Zeichen für die Aktionäre. Doch die Generikabranche bleibt für Anleger weiter attraktiv.

Die Schwierigkeiten der großen und bekannten Pharmaunternehmen sind nicht zu übersehen: Die Abläufe von wichtigen und sehr profitablen Patenten in den nächsten Jahren, sehr hohe Kosten und wenig Nachschub an neuen Produkten lassen die Aktienkurse der großen Pharmaunternehmern mit wenigen Ausnahmen stagnieren.

Pharma-Branche: Generikahersteller für Privatanleger besonders attraktiv
Die Hersteller von Generika sind dem gegenüber fein heraus. Sie senken die Kosten. Das weltgrößte Generikaunternehmen ist jetzt die israelische Teva Pharmaceutical Börsen-Chart zeigen. Tevas Geschäft besteht darin, die Kosten der medizinischen Versorgung zu senken, und nicht sie zu erhöhen. Tevas Produkte sind unter anderem generische Versionen von früher sehr teuren Medikamenten wie das Antidepressivum Prozac, Antibiotika und Antiallergika. Jetzt kauft Teva für 7,8 Milliarden Dollar das amerikanische Unternehmen Ivax Börsen-Chart zeigen.

Damit wird Teva vor Novartis Börsen-Chart zeigen wieder die Nummer eins in dieser Branche und erhält die Rechte an einer großen Zahl von sehr gewinnträchtigen Präparaten. In Verhandlungen ist auch eine Unterlizenz für das Vogelgrippe-Mittel Tamiflu von Roche Börsen-Chart zeigen.

Der Umsatz von Teva verteilt sich zu jeweils ungefähr 40 Prozent auf USA und Europa. International sind diese Nachahmermedikamente sehr gesucht, da in vielen Länder die steigenden Kosten die Gesundheitssysteme unter Druck setzen. Auf die Nachricht von der Übernahme hin ist der Kurs von Teva schon kräftig auf ein neues Jahreshoch von 43 Dollar gestiegen.

Teva ist dennoch mit einem Kursgewinnverhältnis auf Basis des für 2006 geschätzten Gewinns von 22 nicht ungünstig bewertet. Auf Grund des hohen Gewinnwachstums von 39 Prozent im Schnitt der letzten fünf Jahre hat Teva meistens ein höheres Kurs-/Gewinnverhältnis (KGV) als den gegenwärtigen Wert gehabt. Das durchschnittliche KGV in den vergangenen fünf Jahren betrug 29.

Wer sich am Gewinnpotenzial des Generikamarktes beteiligen möchte, findet hier ein langfristig aussichtsreiches Investment. Er darf sich jedoch nicht an starken Kursschwankungen stören, die sind in der Pharmabranche durch aus typisch.

© manager magazin 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung