Ahold Sammelklage sorgt für rote Zahlen

Trotz eines gestiegenen Umsatzes hat der Kaufhausriese Ahold im dritten Quartal seinen Verlust ausgeweitet. Vor allem Kosten im Zusammenhang mit einer Sammelklage verhagelten das Konzernergebnis. Ohne diese Belastung hätten die Niederländer einen dreistelligen Millionengewinn ausgewiesen.

Amsterdam - Der Fehlbetrag sei auf 239 Millionen gestiegen, teilte der niederländische Einzelhändler Ahold  am Dienstag in Amsterdam mit. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verlust 134 Millionen Euro betragen. Damit verfehlte Ahold deutlich die Schätzungen der Analysten, die von einem Gewinn zwischen 106 Millionen und 144 Millionen Euro ausgegangen waren.

Auch operativ rutschte das Unternehmen in die Verlustzone. Das Minus wuchs zwischen Juli und September auf 638 Millionen Euro. En Jahr Zuvor hatte noch ein Plus von 99 Millionen Euro in den Büchern gestanden. Analysten waren von einem operativen Gewinn zwischen 232 Millionen und 300 Millionen Euro ausgegangen. Ahold begründete die roten Zahlen mit Kosten in Höhe von 896 Millionen Euro für einen Vergleich im Zusammenhang mit einer Sammelklage. Ohne die Vergleichzahlungen hätte Ahold ein operatives Ergebnis von 258 Millionen Euro und einen Gewinn von 346 Millionen Euro bilanziert, teilte das Unternehmen mit.

Der Umsatz betrug in der Berichtsperiode 10,249 Milliarden Euro. Das war ein Plus von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Amsterdam stiegen Ahold-Aktien um 4,3 Prozent auf 6,29 Euro.

Für das kommende Jahr bestätigte Ahold seine Ziele. Danach will das Unternehmen weiterhin einen Umsatzwachstum von fünf Prozent und eine operative Marge in derselben Höhe erreichen.

Gleichzeitig teilte Ahold mit, seine US-Tochtergesellschaft U.S. Foodservice in zwei unabhängige Unternehmen aufzuteilen. Gleichzeitig sollen die Verwaltungskosten in den beiden Unternehmen um 100 Millionen US-Dollar gesenkt werden. Mehr als Hälfte dieser Einsparung soll dabei bereits im kommenden Jahr realisiert werden. Der Rest soll 2007 und 2008 folgen. Auf Grund dieser Maßnahmen erwartet Ahold eine nicht näher genannte Sonderbelastung.

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