HypoVereinsbank Faktor Zweiunddreißig

Nach Milliardenverlusten im vergangenen Jahr ist die HypoVereinsbank spektakulär in die Gewinnzone zurückgekehrt. Im dritten Quartal steigerte sie ihren Überschuss im Vorjahresvergleich auf mehr als das Dreißigfache. Kurz vor der Fusion mit Unicredit trennte sich die HVB zudem erneut von Problemkrediten.

München - Die HypoVereinsbank  macht nach dem Milliardenverlust des Vorjahres wieder satte Gewinne. Ein höherer Provisionsüberschuss und ein besseres Handelsergebnis ließen den Betriebsgewinn im dritten Quartal um zwei Drittel auf 676 Millionen Euro hochschnellen. Damit übertraf die HVB die Erwartungen der Analysten deutlich. Der Überschuss schoss von nur 10 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 324 Millionen Euro empor.

Unter dem Strich machte die Bank in den ersten neun Monaten 890 Millionen Euro Gewinn und erreichte damit schon fast ihre Zielmarke von 1,1 Milliarden Euro im Gesamtjahr. Vorstandschef Dieter Rampl sagte am Donnerstag: "In allen Bereichen des Kundengeschäfts haben wir unsere Ertragskraft nachhaltig gestärkt. Mit Blick auf das Gesamtjahr liegen wir voll auf Zielkurs."

Die HypoVereinsbank werde 2005 ihre Kapitalkosten verdienen und damit ein maßgeblicher Bestandteil der italienischen Unicredit-Gruppe sein. Unicredit  hat im Oktober annähernd 90 Prozent der HVB-Aktien übernommen. Die Fusion soll nächste Woche formal vollzogen werden. Rampl, der den Vorsitz des Unicredit-Aufsichtsrates übernehmen soll, sagte: "Die HVB Group verzeichnete im bisherigen Jahresverlauf eine ausgesprochen erfreuliche finanzielle Entwicklung und konnte im dritten Quartal operativ nochmals zulegen."

Der Provisionsüberschuss stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um rund 25 Prozent, das Handelsergebnis verdreifachte sich fast, und auch der Zinsüberschuss legte leicht zu. Zugleich konnte die HypoVereinsbank die Kreditrisikovorsorge um 28 Prozent drücken. Zum kräftig gestiegenen Betriebsergebnis in Höhe von 1,615 Milliarden Euro trug das lange angeschlagene Geschäftsfeld Deutschland 513 Millionen, das von der Tochter Bank Austria geführte Österreich- und Osteuropageschäft 713 Millionen und das Großkunden- und Investmentbanking 672 Millionen Euro bei.

Gleichzeitig teilte die HVB mit, sie habe Not leidende Immobilienkredite mit einem Gesamtvolumen von rund 1,8 Milliarden Euro an die US-Investmentbank Goldman Sachs  verkauft. Das Geschäft sei im Rahmen eines Auktionsverfahrens getätigt worden. Goldman Sachs übernehme damit von der HVB Darlehen von mehr als 3000 Kunden. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Das entsprechende Portfolio reduziere sich damit auf nunmehr rund elf Milliarden Euro.

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