Bayer Aufatmen im Rheinland

Bayer erhöhte nach einem kräftigen Gewinnschub im dritten Quartal die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr. Analysten sind vom guten Geschäftsverlauf des Leverkusener Unternehmens überrascht. An der Börse legen Bayer-Aktien zu.

Leverkusen - Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer  hat nach einem Gewinnsprung im dritten Quartal seinen Ergebnisausblick angehoben. Vor allem der Kunststoffbereich MaterialScience und die Gesundheitssparte HealthCare verzeichneten starke Zuwächse in den Sommermonaten. Mit seinen Geschäftszahlen per Ende September übertraf Bayer die Schätzungen der Analysten.

Das Konzernergebnis stieg von 52 Millionen auf 493 Millionen Euro, der Konzernumsatz verbesserte sich im Zeitraum Juli bis September um 19,1 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Bayer, einer der größte Arbeitgeber im Rheinland, nun Erlöse von mehr als 26 Milliarden Euro.

"2005 - das lässt sich schon jetzt sagen - ist ein sehr gutes Jahr für Bayer", erklärte Konzernchef Werner Wenning am Mittwoch in Leverkusen. Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen - wie etwa Restrukturierungen - hat sich im dritten Quartal binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt auf 691 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 495 Millionen Euro gerechnet. Unter dem Strich kam der Traditionskonzern auf einen Überschuss von 493 Millionen Euro nach 52 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Konzernumsatz erhöhte sich im Zeitraum Juli bis September um 19,1 Prozent auf 6,531 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr 2005 erwartet das Bayer-Management nun einen Anstieg des Betriebsgewinns vor Sondereinflüssen von rund 50 Prozent. Zuletzt war ein Plus von 40 Prozent erwartet worden. Bayer bekräftigte, dass der Umsatz 2005 mehr als 26 Milliarden Euro betragen solle.

"Die Zahlen des dritten Quartals belegen, dass die strategische Neuausrichtung auf Innovation und Wachstum die Ertragskraft des Konzerns nachhaltig verbessert hat", sagte Wenning. Dabei verbuchte Bayer im dritten Quartal auch einen hohen Sonderertrag von 179 Millionen Euro, den der Konzern mit Änderungen der Pensionssysteme in den USA und Deutschland begründete.

Bayer rechnet für 2005 mit Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen von 1,9 Milliarden Euro. Davon sollen mehr als 80 Prozent für die Suche nach neuen Wirkstoffen und Anwendungen bei den Teilkonzeren HealthCare und CropScience aufgewendet werden, teilte der Konzern am Mittwoch bei Vorlage der Quartalszahlen mit. In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte will Bayer im laufenden Jahr etwa 1,2 Milliarden Euro investieren und damit ungefähr einen Betrag in Höhe von 70 Prozent der erwarteten planmäßigen Abschreibungen.

Die Chemiekonkurrenten Dow Chemical  und DuPont  aus den USA hatten bereits starke Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Auch Branchenprimus BASF  konnte seinen Gewinn kräftig steigern, wobei das Kunststoffgeschäft der Ludwigshafener besonders positiv hervorstach.

Im vorbörslichen Handel von Lang & Schwarz wurde der Kurs zwischen 29,86 und 30,01 Euro gestellt. Tags zuvor waren die Titel um 0,91 Prozent auf 29,35 Euro gefallen

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