T-Online Hochzeit per Gerichtsentscheid

Vor dem Landgericht Darmstadt hat am Freitag die juristische Schlacht um die Fusion der Deutschen Telekom mit ihrer Tochtergesellschaft T-Online begonnen. Weil sich zahlreiche Aktionäre querlegen, will der Konzern die Verschmelzung per Eilverfahren durchsetzen - bevor über die Anfechtungsklagen entschieden wurde.

Darmstadt - T-Online  beantragt in dem Eilverfahren grünes Licht für die Verschmelzung mit der Deutschen Telekom . Dagegen wehren sich die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), mehrere britische Fondsgesellschaften sowie private Aktionäre des Internetdienstleisters.

Sie verlangen, den Ausgang des bislang noch nicht terminierten Hauptsacheverfahrens abzuwarten. Die Hauptversammlung der T-Online AG hatte am 29. April 2004 mit einer Mehrheit von 99,46 Prozent der Verschmelzung mit der Deutschen Telekom zugestimmt. Die Gegner der Fusion haben gegen diesen Beschluss in Darmstadt zahlreiche Anfechtungsklagen eingereicht.

Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung kann es nach Einschätzung des Gerichts mehrere Jahre dauern. Daher verlangt T-Online in dem nun begonnenen Freigabeverfahren, die Fusion ins Handelsregister einzutragen, bevor über die Anfechtungsklagen abschließend entschieden ist. Seine Entscheidung im Eilverfahren will das Landgericht Darmstadt am 29. November bekannt geben.

Unter den Aktionären der T-Online hat der Fusionsplan großen Ärger ausgelöst. Sie verlieren damit weitgehend die Hoffnung, ihr durch den Kursverlust der T-Online-Aktie verlorenes Geld wieder zu sehen. Bei der Fusion sollen die Anteilseigner für je 25 T-Online-Aktien 13 T-Aktien erhalten und damit wertmäßig nur einen Bruchteil jener 27 Euro, die beim Börsengang vor fünf Jahren je Aktie gezahlt wurden.

Die Sprecherin der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, Reinhild Keitel, erklärte, die geplante Verschmelzung beruhe auf unrechtmäßigen Voraussetzungen. Die Deutsche Telekom habe beim Börsengang von T-Online den Aktionären das Geld aus der Tasche gezogen und wolle jetzt nur einen Bruchteil zurück geben.

Im Gegensatz zu den Versprechungen der Telekom seien die beim Börsengang erzielten Milliarden nicht vollständig in den Ausbau des Geschäfts investiert, sondern der Muttergesellschaft als Darlehen zur Verfügung gestellt worden. Nach eigenen Angaben verfügte T-Online noch Ende September 2005 über liquide Mittel von mehr als vier Milliarden Euro.

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