Daimler Daimler-Aktionäre im Tauschrausch

97 Prozent der Daimler-Aktionäre tauschten ihre Aktien in neue DaimlerChrysler-Anteile. Laut Daimler das weltweit beste Umtauschergebnis, das je erzielt wurde.

Stuttgart - Dem Zusammenschluß von Daimler-Benz mit Chrysler steht nichts mehr im Wege. Aktionäre tauschten in den vergangenen Wochen 97 Prozent der Daimler-Benz-Aktien in Anteile der neuen Daimler-Chrysler AG. Das teilte die Daimler-Benz AG am Montag in Stuttgart mit. Damit übertraf der Stuttgarter Konzern die selbst gesteckte Wunschmarke von 90 Prozent deutlich.

Die einmonatige Umtauschfrist wurde auf Verlangen der US- Börsenaufsicht SEC bis zum 6. November (12.00 Uhr) verlängert. Die SEC begründete dies, laut Daimler-Benz, mit dem verbesserten Umtauschverhältnis. Bei einer Aktien-Umtauschquote von mehr als 90 Prozent gibt es für 200 alte Daimler-Benz-Aktien zusätzlich jeweils eine Daimler-Chrysler-Aktie gratis. Die ursprüngliche Frist für den größten Aktientausch der deutschen Geschichte hatte am Freitag geendet.

Von nun an werde es zunächst zwei Notierungen von Daimler-Benz an der Börse geben, kündigte Daimler an. Zum einen seien dies die zum Tausch eingereichten Daimler-Benz-Anteile, die auch in den Deutschen Aktienindex (Dax) aufgenommen werden. Zum anderen seien es die nicht getauschten Daimler-Benz-Anteile. Der offizielle Handel mit Aktien der Daimler-Chrysler AG unter dem Kürzel DCX werde voraussichtlich Mitte November aufgenommen werden.

Der Vorstandsvorsitzende Jürgen Schrempp sprach von einem überwältigenden Ergebnis des Aktienumtausches. Dies zeige, daß so gut wie alle Aktionäre von den Vorteilen des Zusammenschlusses überzeugt seien. "Dieses Ergebnis ist auch ein Vertrauensbeweis in das Management." Finanzvorstand Manfred Gentz sagte, die Quote sei das weltweit beste Ergebnis, das jemals bei einem freiwilligen Umtauschangebot erzielt worden sei. Es sei erfreulich, daß nahezu alle Kleinaktionäre ihre Aktien getauscht hätten, "und das trotz einiger lautstark und mit viel Polemik geführten Kampagnen".

Die beiden Konzerne können den Zusammenschluß nun nach den Regeln einer Interessenzusammenführung abwickeln. Dazu müsse nun Chrysler 30 Millionen eigene Aktien aus Rückkaufprogrammen wieder ausgeben. "Dies soll durch Einbringung in die eigenen Pensionsfonds kurzfristig geschehen", berichtete Daimler-Benz.

Bei einer Quote unter 90 Prozent wären jahrelang gewinnschmälernde Abschreibungen in Milliardenhöhe angefallen. Die Mindestquote für das Zustandekommen der Fusion betrug 75 Prozent. Die Aktionäre von Daimler-Benz und Chrysler hatten bereits auf Hauptversammlungen mit überwäligender Mehrheit grünes Licht für die Fusion gegeben. Daimler-Benz und Chrysler wollen den drittgrößten Automobilhersteller der Welt formieren.

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