Henkel Porentief lukrativ

Der Waschmittelriese Henkel wächst trotz Kaufzurückhaltung und Preiskämpfen im deutschen Heimatmarkt kräftig. Dank seiner milliardenschweren Expansion in den USA erzielte der Konzern im dritten Quartal 2005 sogar einen Umsatzsprung.

Düsseldorf - Henkel  hat seinen Betriebsgewinn im dritten Quartal deutlich gesteigert und die Erwartungen von Analysten übertroffen. Die rheinische Konsumgüterfirma profitierte in den vergangenen Monaten vor allem von ihren milliardenschweren Zukäufen im Vorjahr.

Der Konzern hat im dritten Quartal bei einem Umsatz von 3,14 Milliarden Euro einen Vorsteuergewinn (Ebit) in Höhe von 300 Millionen Euro erwirtschaftet. Im Vorjahresquartal kam Henkel noch auf einen Umsatz von 2,77 Milliarden Euro, das Ebit lag bei 252 Millionen Euro.

"Ich freue mich über ein ausgezeichnetes drittes Quartal, das von einer sehr erfreulichen Entwicklung aller unserer Unternehmensbereiche getragen wurde", bilanzierte Henkel-Chef Ulrich Lehner am Mittwoch in Hamburg.

Mit seinem jetzigen Ergebnis übertraf das Unternehmen die Schätzungen befragter Analysten, die im Schnitt einen Betriebsgewinn von 291 Millionen Euro und einen Umsatz in Höhe von drei Milliarden erwartet hatten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Henkel ist bekannt für seine Wasch- und Klebemittelmarken, wie beispielsweise Persil oder Pritt - und auch dafür, seinen Reklameruf "Porentief rein" allabendlich über die TV-Bildschirme flimmern zu lassen.

In der Region Nordamerika, wo Henkel 2004 den Konsumgüterhersteller Dial und den Dichtstoffhersteller Sovereign übernommen hatte, stieg der Umsatz um 32,1 Prozent auf 772 Millionen Euro zu. Das Ebit kletterte auf 107 Millionen Euro, nach 56 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

In Europa konnte Henkel vor allem dank des Wachstums in Osteuropa beim Umsatz zulegen, im anhaltend schwachen deutschen Heimatmarkt lag der Umsatz dagegen knapp unter dem Vorjahreswert. Das Ebit sank hierzulande aufgrund hoher Rohstoffpreise sogar auf 203 Millionen Euro, vor einem Jahr waren es noch 218 Millionen Euro. Die hohen Kosten konnten aufgrund des Konkurrenzdrucks in den umkämpften europäischen Märkten nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden, teilte Henkel mit.

Unter dem Strich schnitten dennoch alle Sparten des Henkel-Konzerns besser ab als im vergangenen Jahr. Am deutlichsten legte der Bereich Technologies zu, der sein Ebit um 25,9 Prozent auf 86 Millionen Euro steigerte.

Der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller bekräftigte seine Jahresprognose: Henkel erwartet bereinigt um Wechselkurseffekte weiter eine Steigerung des betrieblichen Ergebnisses "im hohen Zehnprozentbereich". Der Umsatz soll ohne Zukäufe um 3 bis 4 Prozent zulegen. Die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) hat ihr Votum für Aktien der Henkel KGaA nach einem "sehr starken Quartal" mit "Outperformer" bestätigt, sagte LRP-Analystin Silke Stegemann.

Die Aktien von Henkel sind heute so gefragt wie kein zweiter Titel aus Deutschlands wichtigstem Börsenindex Dax : Henkel-Anteilsscheine legten bisher um rund 4,3 Prozent auf 75,75 Euro zu. Das Börsenbarometer Dax verbesserte sich dagegen nur um 0,35 Prozent auf 4940 Zähler.