Linde Sparkurs trägt Früchte

Der Industriegase- und Gabelstaplerhersteller Linde hat dank seines Sparkurses und guter Geschäfte in allen Konzernbereichen den Gewinn im dritten Quartal deutlich gesteigert. Jetzt rechnet der Konzern auch für das Gesamtjahr mit einem zweistelligen Wachstum.

Wiesbaden - "Wir sind als Konzern insgesamt schlagkräftiger und leistungsstärker geworden", resümierte Linde-Konzernchef  Wolfgang Reitzle am Montag in Wiesbaden. Der operative Gewinn (Ebita) stieg um 0,5 Prozent auf 218 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt 213 Millionen Euro erwartet. Vor Steuern verdiente Linde 188 Millionen Euro, fast ein Drittel mehr als vor Jahresfrist. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen eine Ergebnisverbesserung um mindestens 10 Prozent. Auch der Umsatz werde zulegen, hieß es. Bislang hatte sich das Management zurückhaltender geäußert.

Linde hatte sich im vergangenen Jahr vom traditionsreichen Geschäft mit Kühlgeräten für die Lebensmittelbranche getrennt und ist nur noch in den zwei Bereichen Gase/Anlagenbau sowie Gabelstapler aktiv. Den verbleibenden Bereichen hatte Linde einen Sparkurs verordnet, der bereits im ersten Halbjahr Früchte trug. Reitzle will die Kapitalrendite im Gabelstaplergeschäft bis 2007 von 12 auf 16 Prozent verbessern, in der Gasesparte bis 2008 von 10,9 auf 13 Prozent. Dazu habe der Konzern nun die Voraussetzungen geschaffen, erklärte Reitzle.

Der Konzern setzte im Zeitraum Juli bis September knapp 2,4 Milliarden Euro um, ein leichtes Minus von 3,9 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 118 Millionen Euro, nach 75 Millionen vor Jahresfrist.

In seinem wichtigen Gasebereich erzielte Linde im Quartal einen Zuwachs des operativen Gewinns von 8,4 Prozent auf 180 Millionen Euro. Der Umsatz nahm um 11,1 Prozent zu. Der französische Gasekonkurrent Air Liquide  hatte für das dritte Quartal ein Umsatzplus von knapp neun Prozent gemeldet. Die Staplersparte von Linde steigerte ihr Ebita um 13,6 Prozent auf 50 Millionen Euro, der Umsatz legte um 6,7 Prozent zu.

Linde führt nach Reitzles Worten keine Gespräche mit dem britischen Industriegasekonzern BOC über eine Fusion der Gasesparten. "Es gibt keine Gespräche mit BOC", sagte Reitzle. Zwar habe Linde bei der Marktkapitalisierung zugelegt, dennoch sei BOC weiterhin größer. "Linde wäre dann ein Juniorpartner und das verträgt sich nicht mit unserer Philosophie", sagte Reitzle. Der Konzernchef betonte zudem, es gebe keine konkreten Anfragen für die Gabelstaplersparte des Konzerns. Manche Analysten hatten in der Vergangenheit Linde den Verkauf seiner Staplersparte nahe gelegt.

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