Börsengänge Aktionäre gesucht

Deutschlands Wertpapierhändler werden bald den Namen eines weiteren prominenten Unternehmens auf den Kurstafeln aufleuchten sehen. Der Einzelhandelskonzern Metro will seine Baumarktkette Praktiker im kommenden Monat an die Börse bringen. Es könnte eine weitere Milliardenemission werden.

Düsseldorf - Der Handelsriese Metro  trennt sich von seiner Baumarkttochter Praktiker. "Die Metro hat heute entschieden, einen Börsengang der Vertriebslinie Praktiker zu forcieren und beabsichtigt, die Mehrheit ihrer Praktiker-Aktien abzugeben", teilte die Metro am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Deutschlands größter Handelskonzern Metro hatte in den vergangenen Wochen auch mit dem Verkauf von Praktiker an den Finanzinvestor Permira geliebäugelt.

Nach früheren Angaben ist Praktiker 820 Millionen bis 920 Millionen Euro wert. Die Zeichnungsfrist für die Aktien der Baumarktkette läuft voraussichtlich vom 7. bis 17. November, am 18. November könnten die Praktiker-Titel erstmals an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. Ein Konsortium unter der Führung von JP Morgan , ABN Amro  und der Deutschen Bank  soll den Börsengang vorbereiten.

Am Dienstag hatte Praktiker Geschäftszahlen für die vergangenen Jahre vorgelegt, bei denen das Unternehmen so betrachtet wird, als wäre es in der Vergangenheit selbstständig gewesen. Im Jahr 2002 lag der Gesamtumsatz bei 2,55 Milliarden Euro, im Jahr 2003 bei 2,79 Milliarden Euro und 2004 bei 2,93 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen erreichte im vergangenen Jahr 80,5 Millionen Euro.

Praktiker zählte bis 2002 zu den Verlustbringern des Metro-Konzerns, dann gelang die Ertragswende: Metro führte seine Baumarktsparte ab dann als Discountbaumarkt. Im Zuge dieser Strategie strich Praktiker sein Sortiment von ehemals 300.000 auf aktuell 75.000 Artikel zusammen, künftig sollen es nur noch 65.000 sein.

Seit dem Jahr 2000 hat sich Praktiker zudem von 50 unrentablen Standorten getrennt. Jetzt betreibt die Firma noch 277 Märkte in Deutschland und 65 Filialen in weiteren acht europäischen Ländern. Die Auslandsmärkte steuern zwar nur 23 Prozent zum Umsatz, aber 58 Prozent des operativen Gewinns bei. Sie gelten als die Perlen der Gruppe. Durch den Börsengang soll Praktiker nun Geld für neue Filialen im Ausland erhalten, vor allem in Osteuropa will die Baumarktkette neue Geschäfte eröffenen. 21.000 Menschen arbeiten bisher bei Praktiker. Sitz der Gesellschaft ist die saarländische Gemeinde Kirkel.